Dieter Hallervorden: "Mein Sager war eine Spitze"

Dieter Hallervorden: "Mein Sager war eine Spitze"
Dieter Hallervorden © Cover Media

Dieter Hallervorden (79) wollte mit seiner Romy-Rede bewusst provozieren. Der Schauspieler war am Samstag [25. April] bei dem österreichischen Film- und Fernsehpreis in Wien für 'Honig im Kopf' als beliebtester Schauspieler ausgezeichnet worden, mit seiner darauf folgenden Dankesrede machte er sich aber alles andere als beliebt. Mit den Worten "Morgen führe ich die Romy heim ins Reich" ging der Darsteller von der Bühne und sorgte für einen regelrechten Eklat.

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Bewusste Provokation

Dass Dieter Hallervorden diese Worte ganz bewusst gewählt hat und eben provozieren wollte, verriet er nach der Preisverleihung im Interview mit 'Kurier.at': "Mein Sager war eine Spitze, eine Provokation. Allerdings mit Augenzwinkern."

So habe er sich das vorher schon ganz genau überlegt. "Natürlich ist es nicht klug", lenkte er ein. "Und es ist klar, dass diese Spitze Widerspruch hervorruft, aber ich bin 50 Jahre als satirischer Kabarettist auf der Bühne gestanden und ich habe mich immer zwischen die Stühle gesetzt."

Schließlich wollte er mit seiner Aussage darauf aufmerksam machen, dass "ein Großteil der österreichischen Bevölkerung sehr selbstverliebt ist" und in Österreich die Beteiligung am Nationalsozialismus gerne unter den Teppich gekehrt werde - zumindest laut Dieter Hallervorden. "Ich denke, man muss endlich verstehen, dass sich Deutschland immer - und das zu Recht - glühende Kohlen aufs Haupt häuft und sich zur Schuld bekennt, während die Österreicher immer so tun, als wären sie nicht dabei gewesen. Dem wollte ich widersprechen", betonte der gebürtige Dessauer.

Schon während der Sendung wurde seine Aussage heftigst kritisiert und so hatte der Schauspieler bereits nach der Veranstaltung auf Facebook versucht, einige Gemüter zu besänftigen. Seine Aussage zog er trotzdem nicht zurück.

"Ich denke, dass man eine Nation an ihre Geschichte erinnern darf, zumal der Slogan 'Heim ins Reich' ja nun wahrlich nicht von mir erfunden wurde", verteidigte er sich auf der Internetplattform. "Mir war durchaus klar: Niemand ist begeistert, wenn man an begangene Fehler erinnert wird, zumal ich mit der Erinnerung an eine historische Tatsache die 'Friede-Freude-Eierkuchen-Stimmung' des Abends konterkariert habe. Begeisterte Zustimmung konnte ich für diese Provokation selbstverständlich nicht erwarten. Wollte ich auch gar nicht!"

Auch wenn sein Spruch vielerorts für Unverständnis sorgte: Dieter Hallervorden steht dazu.

Cover Media

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