'Die Tribute von Panem - The Hunger Games'

'Die Tribute von Panem - The Hunger Games'
© Photo credit: Murray Close

4 von 5 Punkten

Nach dem Ende der ‚Harry Potter‘-Saga und dem absehbaren Finale der ‚Twilight‘-Verfilmungen schien die meist jugendliche Fantasy-Fangemeinde vor einem Vakuum zu stehen. Doch dank Autorin Suzanne Collins‘ Triloge ‚Die Tribute von Panem‘ wird es auch in Zukunft Blockbuster für Freunde des Genres geben. Denn ‚The Hunger Games‘, die Verfilmung des ersten Teils der Abenteuergeschichte, setzt jetzt zu seinem Siegeszug auf der Leinwand an.

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In einer nicht allzu fernen Zukunft ist aus dem zerstörten Nordamerika der Staat Panem entstanden. Die Bevölkerung lebt in zwölf Distrikten, die aus der Hauptstadt mit diktatorischer Hand regiert werden. Um die Macht des Kapitols zu demonstrieren, werden jährlich die perfiden ‚Hungerspiele‘ aus- und im Fernsehen übertragen. 24 Jugendliche, je ein Junge und ein Mädchen aus den Distrikten, werden ausgewählt, um daran teilzunehmen. Sieger ist, wer am Schluss überlebt. Klingt makaber? Ist makaber!

Als die kleine Primrose Everdeen als Tribut ausgelost wird, springt ihre 16-jährige Schwester Katniss (Hollywoods neuer Rohdiamant Jennifer Lawrence, ‚Winter’s Bone‘) ein. Einer ihrer 23 Gegenspieler ist der gleichaltrige Peeta aus ihrem Distrikt, der heimlich in die brünette Schönheit verliebt ist. Ein Liebespaar bei den Hunger-Spielen? Für die Producer der Reality-Show ein Goldgriff, für Peeta und Katniss ein Drama.

Gleich bei Anpfiff des makaberen Fernseh-Spektakels wird dem Kino-Zuschauer klar: Hier geht es nicht um Zauberei oder eine zarte Liebe wie in ‚Harry Potter‘ oder ‚Twilight‘. Für Katniss und Peeta geht es um das nackte Überleben, denn ihre Gegner sind brutal. Schon nach kurzer Zeit sind die ersten Kinder tot. Jeder Kampf, jede Verzweiflung wird von den Kameras gnadenlos eingefangen und übertragen. Immer wieder greifen die Macher der ‚Show‘ ins Geschehen ein. Am Computer erzeugte Feuer, in der Grafik erstellte 3D-Monsterhunde – Katniss und die anderen Tribute wissen nie, was auf sie zukommt. Jeder Tag kann ihr letzter sein.

'Die Tribute von Panem - The Hunger Games'

Dank extrem schneller Schnitte wird der Zuschauer gleich zu Beginn regelrecht in seinen Sitz gedrückt. Doch keine Angst, Regisseur Gary Ross (‚Pleasantville‘) drosselt nach einigen Minuten das Tempo – und lässt den Zuschauer die spannende Geschichte gebannt verfolgen. ‚Die Tribute von Panem - The Hunger Games‘ lebt von seinen Protagonisten. Jennifer Lawrence und Josh Hutcherson scheinen als Liebespaar auf den ersten Blick zumindest optisch nicht zusammenzupassen, entwickeln aber auf der Leinwand perfekte Chemie. Auch der von den Teenies besonders angeschmachtete Liam Hemsworth (‚Mit dir an meiner Seite‘) macht in seinen wenigen Szenen eine gute Figur.

Hervorzuheben ist Donald Sutherland, der in der Rolle des bösen Präsidenten Snow, zeigt, was wahre Schauspielkunst ist. Der inzwischen 76-Jährige Hollywoodstar spielt seine jungen Kollegen mit nur wenigen, aber wirkungsvollen Auftritten an die Wand. Ebenso großartig in ihren Neberollen: Woody Harrelson (‚Freunde mit gewissen Vorzügen‘, ‚Weiße Jungs bringen‘s nicht‘) als versoffener Mentor Haymitch Abernathy, Stanley Tucci (‚Der Teufel trägt Prada‘) als überkandidelter Moderator Caesar Flickerman und Sänger Lenny Kravitz in seiner ersten größeren Leinwandrolle als Stylist Cinna.

So ist 'Die Tribute von Panem' ein Leinwandspektakel fast für die ganze Familie. Denn sowohl die Teenager (für jüngere Zuschauer ist der Film doch streckenweise zu brutal) als auch Mama und Papa werden gut unterhalten. Der nachdenkliche machende Fingerzeig von Autorin Suzanne Collins ist nicht zu übersehen. Wird es in Zeiten von ‚Big Brother‘ oder Reality-Showformaten zukünftig auf etwas wie die ‚Hunger Games‘ hinauslaufen?

Von Elke Feldmann

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