Die traurige Geschichte von Pornostar Linda Lovelace

Die traurige Geschichte von Pornostar Linda Lovelace
Linda Lovelace (hier dargestellt von Schauspielerin Amanda Seyfried) wird zum größten Pornostar ihrer Zeit © ZDF/Dale Robinette

Am Montagabend zeigt das ZDF um 22:15 Uhr im Rahmen seiner Erotik-Reihe "hautnah" das mitreißende Drama "Lovelace". Der Film beruht auf einer wahren Geschichte und handelt vom Leben des berühmtesten Pornostars der 70er Jahre. Doch wer war Linda Lovelace (im Film gespielt von Amanda Seyfried) wirklich?

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Sex, Gewalt und Ruhm

Ihren Ruhm hatte sie dem Hardcore-Streifen "Deep Throat" aus dem Jahre 1972 zu verdanken. Bis heute gilt der Film als der erfolgreichste Porno aller Zeiten. Obwohl die Low-Budget-Produktion an nur sechs Tagen in Florida abgedreht wurde, spielte der Film anschließend geschätzte 600 Millionen US-Dollar an den Kinokassen ein. Doch von den Einnahmen sah Lovelace, die eigentlich Linda Boreman hieß, laut ihrer Autobiografie "Ich packe aus" (Originaltitel: "Ordeal") "keinen Penny". Ihr damaliger Mann Chuck Traynor habe das Geld selbst einbehalten. Allerdings soll auch er nur einen marginalen Anteil für den Auftritt seiner Frau bekommen haben.


Ihr Mann brachte sie zum Porno

Traynor war es auch, der Lovelace mit dem Pornogeschäft vertraut machte. Mit Anfang 20 lernte sie ihn kennen und fühlte sich zunächst von seinem großspurigen Auftreten angezogen. Die erste Zeit mit ihm empfand sie noch als sehr angenehm, wie sie in ihrer Autobiografie schrieb. Doch nach und nach habe er sie immer mehr misshandelt, geschlagen und schließlich in die Prostitution getrieben.


Zur Hochzeit im Jahr 1971 soll es nicht aus Liebe gekommen sein, vielmehr habe Lovelace darin die Chance gesehen, ihrem restriktiven Elternhaus zu entfliehen. Bereits im Jahr 1973 folgte die Scheidung der Ehe, die Lovelace mehrere Jahre später als ein wahres Martyrium beschrieb. Ihr Mann hingegen sei stolz darauf gewesen, die Pornofigur Linda Lovelace geschaffen zu haben.


Ist Lovelace glaubwürdig?

Lovelace sagte sich vom Pornogeschäft los, heiratete erneut (1976 bis 1998) und hielt nun öffentliche Vorträge gegen das harte und ausbeutende Porno-Business. So kam es zum Wandel von der Sex- zur Feministinnen-Ikone. Viele ihrer Aussagen sind bis heute umstritten. Schließlich revidierte Lovelace einige ihrer Vorwürfe später wieder und klagte, dass manch feministische Gruppe sie lediglich ausgenutzt hätte. In den 90er Jahre kehrte sie mit Anfang 50 dann sogar wieder ins Erotikgeschäft zurück und drehte einige Softpornos.


Zu all den dramatischen Ereignissen und Kontroversen in ihrem Leben kann Linda Lovelace selbst nichts mehr sagen. Der Pornostar starb am 23. April 2002 im Alter von 53 Jahren an den Folgen eines schweren Verkehrsunfalls. Nur drei Monate später starb übrigens auch ihr erster Ehemann Chuck Traynor infolge eines Herzinfarkts. Lovelaces Schwester Barbara äußerte sich in einer 2005 erschienenen Dokumentation über "Deep Throat" traurig darüber, dass Traynor gestorben sei, bevor sie ihn selbst habe umbringen können.

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