Die Sportfreunde Stiller im exklusiven Interview

Die Sportfreunde Stiller sind mit einem neuem Album zurück
Namensgeber der Band war Hans Stiller, Trainier des SV Germering, wo Peter und Flo lange Fußball spielten

"17 Jahre lang GEIL" - Die Sportfreunde sind erwachsen geworden!

‚Applaus, Applaus‘ für die Sportfreunde Stiller: Nach ‚Burli‘, ‚La Bum‘ und einer fast dreijährigen Pause ist mit ‚New York, Rio, Rosenheim‘ jetzt das lang ersehnte, sechste Studioalbum der sympathischen Bayern erschienen. Viel Herz, viel Leidenschaft und noch mehr Spaß: Die Sportis bleiben sich musikalisch als auch textlich treu und überzeugen mit ihrem typischen Charme – nur eben erwachsener. Mit den zwölf neuen Songs feiern sie nicht nur sich selbst, sondern vor allem die 17 Jahre, die sie als Band und als Freunde zusammen geschweißt haben. Wir trafen Florian 'Flo' Weber, Rüdiger 'Rüde' Linhof und Peter Brugger zum exklusiven Interview.

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Von Ann-Christin Gebhardt

Euer neues Album ist da. Wie groß ist die Aufregung?

Rüde: Wirklich aufgeregt bin ich nicht. Es ist eher eine große Freude, dass wir jetzt endlich mit einem neuen Album am Start sind. Ich freu mich auf die Tour und alles was noch ansteht - die Sportfreunde haben jetzt so eine Art Neustart. Vor allem, weil wir so eine lange Zeit hinter uns gebracht haben: Fünf Studioalben, die Fußball-WM, MTV Unplugged - danach kam die totale Müdigkeit und jetzt sind wir wieder aufgewacht und können loslegen.

Apropos Müdigkeit: Ihr seid drei Jahre lang von der Bildfläche verschwunden: Warum diese lange Pause? Viele haben befürchtet, ihr würdet eure Karriere langsam ausklingen lassen …

Rüde: Wir brauchten einfach mal Abstand voneinander, denn irgendwann hat sich innerhalb der Band nichts mehr bewegt. Peter hat sich erschöpft gefühlt und ich hatte Bock, mal etwas anderes zu machen. Jeder von uns hat die Zeit genutzt: Ich habe eine Platte mit ‚Fiva & Das Phantom Orchester‘ aufgenommen und Flo hat ein ganz tolles Buch geschrieben (‚Grimms Erben‘ – Anm. d. Red.). Jeder hat seinen eigenen Weg beschritten und nach einer Zeit haben wir uns mit Freude wieder getroffen.

Gab es einen Punkt, an dem ihr gemerkt habt, jetzt ist es Zeit für eine neue Platte?

Flo: Den Punkt gab es nicht und wir haben bestimmt vier sehr intensive Treffen gehabt, in denen wir lange diskutiert haben, wann es denn nun weitergehen soll. Wir haben dann ganz stupide ein Datum festgelegt, an dem wir uns erneut getroffen haben und merkten dabei schnell, dass das Feuer wieder da ist. Wir sind dann eine Woche in eine Ski-Hütte gefahren, um auch menschlich wieder zusammenzukommen und haben dort auch schon die ersten Lieder fixiert.

"Wir sind keine Zwanzig mehr"

Die Sportfreunde Stiller sind mit einem neuem Album zurück
2005 spielten sie unter diversen Geheimnamen (z.B. The Donozoffs, The Kaltz Mannis) in kleineren Hallen und stellten ihre neuen Songs vor

Es gibt euch nun schon seit 17 Jahren. Wie macht sich diese lange Zeit in dem neuen Album bemerkbar?

Flo: Wir haben im Laufe der Zeit vor allem gelernt, mit den Instrumenten anders umzugehen und ein Gespür dafür zu entwickeln, was dem Publikum Spaß macht. Sehr wichtig dafür war das Unplugged-Album, bei dem wir mit klassischen Musikern zusammengearbeitet haben und viele Menschen an unserer Seite hatten, die ganz viel Ahnung vom Ausharmonisieren und Arrangieren von Instrumenten hatten. Doch auch textlich hat sich viel entwickelt: Wir sind keine 20 mehr und haben nun ganz andere Schwerpunkte, dich sich im normalen Leben so auftun wie zum Beispiel Familie und Verantwortung.

Rüde: Die Platte ist einfach musikalischer geworden, ohne dabei das Herz zu verlieren und es ist mit einer Menge Freude aufgenommen worden, die schwer herzustellen gewesen wäre, hätten wir jetzt nicht diese Pause gemacht. Ich geh‘ heute auf die Bühne und denke mir ‚Ey Scheiße, rechts von mir Peter und Flo, wie geil ist es mit denen Musik zu machen, wie geil ist es, dass es einfach nicht aufzuhören scheint. Ich habe ganz schön viel richtig gemacht.‘

Die ersten Reaktionen auf eure Single (Applaus, Applaus) sind sehr positiv: Habt ihr damit nach der langen Auszeit gerechnet?

Flo: Wir haben gar nicht damit gerechnet. Das sieht man auch an den kleinen Hallen, die wir für die Tour gebucht haben. Umso schöner ist es, dass die Radiostationen sofort auf den Song angesprungen und alle Tour-Termine bereits ausverkauft sind. In solchen Momenten weiß man natürlich, dass man nicht so viel verkehrt gemacht hat. Das gibt Antrieb für hoffentlich noch ein paar Jahre.

Warum habt ihr euch für ‚Applaus, Applaus‘ als erste Singleauskopplung entschieden?

Rüde: Weil wir das Lied wunderschön finden. Es ist einfach so ein gemeinsames Gefühl, das wir beim Hören und beim Spiel haben, ich kann das nicht in Worten ausdrücken. Es erfüllt mich, dieses Lied zu spielen, es macht mich einfach happy.

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