Die Reifeprüfung des Fraser Anderson

Fraser Anderson
Fraser Anderson hat sich mittlerweile in die erste Liga der britischen Songwriter hineingespielt. Foto: Jon Basker © DPA

Sein 2014 mit reichlich Verspätung veröffentlichtes Album "Little Glass Box" war ein veritabler Triumph. Bei "Under The Cover Of Lightness" (Membran), der vierten Platte von Fraser Anderson, ist die Überraschung nicht mehr ganz so groß.

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Denn die Mixtur dieses wiederum hochwertigen Singer-Songwriter-Werks ist eine recht ähnliche: elf zeitlos-schöne Lieder zwischen Nick Drake, John Martyn, Van Morrison, Ray Lamontagne und Sam Beam (um auch mal zwei etwas jüngere Kollegen des Schotten zu nennen).

Am besten steht dem bärtigen Mann, der auf dem Album-Cover mit Hut und Lederjacke als "einsamer Wolf" durch eine enge Schmuddelstraße schlendert, die klassische Folkballade im fragilen Falsett - etwa im soulnahen Opener "Simple Guidance", im traumverlorenen "Beautiful Eyes" oder in "Go On Wide Part 2". Im dezent modernen, elektronisch angehauchten "Go On Wide Part 2" wirkt Anderson weniger souverän.

Eingespielt wurde "Under The Cover Of Lightness" in einer intensiven Woche im November 2015 in Peter Gabriels Real World Studios. Schon an diesem Aufnahme-Standort merkt man, dass sich Anderson mittlerweile in die erste Liga der britischen Songwriter hineingespielt hat.

Die Reife seiner teilweise mit Orgel, Streichern und Bläsern ausgepolsterten Songs rechtfertigt definitiv neue Lobeshymnen. Und dass er sich in spannende Richtungen weiterentwickeln will, zeigt Anderson spätestens mit "With You All", einem Spoken-Word-Stück, in dem er seine Rolle als junger und auch mal überforderter Vater hinterfragt.


dpa
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