Die Promi-Skandale 2015

Die Promi-Skandale 2015
Andreas Kümmert, Bill Cosby und Hulk Hogan (v.l.) sorgten 2015 für Schlagzeilen © [M] ddp images/Evan Agostini/John Minchillo/Invision/AP

Mal unter uns, ein Jahr so ganz ohne Skandale wäre doch langweilig. Zum Glück gab es auch 2015 genügend Promis, über die man sich aufregen konnte. Die wichtigsten Eklats und Entgleisungen im Rückblick:

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Von Kümmert bis Cosby

 

Andreas Kümmerts ESC-Rückzieher

 

Das hat es in der deutschen ESC-Geschichte noch nicht gegeben: Sänger Andreas Kümmert (29, "Heart Of Stone") siegte im Vorentscheid - und schlug dann vor laufender Kamera das Ticket nach Wien aus. Das Internet explodierte, der eigenbrötlerische Musiker tauchte erstmal ab und die Zweitplatzierte Ann Sophie (25) kassierte in Wien null Punkte. Erst später wurde der ernste Hintergrund für Kümmerts Rückzieher bekannt: Der Sänger war zuvor über Facebook bedroht worden. Wer dachte, dass mit diesem Eklat der Tiefpunkt der deutschen ESC-Historie erreicht worden war, hatte sich ohnehin getäuscht...

 

ESC-Hick-Hack um Xavier Naidoo

 

Vielleicht war auch das Kümmert-Debakel für den NDR ein Grund, vor dem ESC 2016 auf einen Vorentscheid zu verzichten und einfach Soul-Sänger Xavier Naidoo (44, "Autonarr") als Kandidaten zu präsentieren - für Österreich hatte das mit Conchita Wurst (27, "Heroes") ja auch gut funktioniert. Der Unterschied: Der ORF suchte sich ein Aushängeschild für Offenheit und Toleranz aus - und hielt trotz aller Kontroversen zu seinem Kandidaten. Der NDR präsentierte einen angeblichen Verschwörungstheoretiker, den viele in der rechten Ecke sehen. Nach den - für so ziemlich jeden außer dem NDR vorhersehbaren - Protesten ließ der Sender Naidoo fallen wie eine heiße Kartoffel und zog so auch die Kritik der bisherigen Unterstützer auf sich. Eine Alternative hat der NDR bisher nicht parat, Naidoo provoziert unterdessen weiter und vergrault mit fragwürdigen Holocaust-Vergleichen auch bisherige Fürsprecher.

 

Severino Seeger wird von der Vergangenheit eingeholt

 

Unter keinem guten Stern stand auch das Finale von "Deutschland sucht den Superstar" im Mai. Zuvor war nämlich die - nicht weit zurückliegende - kriminelle Vergangenheit von Bohlen-Favorit Severino Seeger (29, "Hero Of My Heart") bekanntgeworden. Tolle Stimme hin oder her, alte Damen um ihr Erspartes zu bringen, kommt beim Publikum eben nicht besonders gut an. Die Show gewann Seeger trotzdem, vor Gericht kam er mit einer Bewährungsstrafe davon. Dafür floppte er im Anschluss so gründlich wie kein "DSDS"-Kandidat zuvor.

 

Jan Böhmermanns "Varoufake"

 

Für reichlich Wirbel sorgte Satiriker Jan Böhmermann (34) im März. Der Anlass: Günther Jauch (59) zeigte in seiner Talkshow ein Video, in dem der damalige griechische Finanzminister Yanis Varoufakis (54) angeblich Deutschland den Mittelfinger zeigte - ein kleiner Skandal, obwohl die Echtheit des Filmes nicht zu 100 Prozent geklärt war. Böhmermann nutzte die Gunst der Stunde und bekannte sich in einem zehnminütigen Clip dazu, das Stinkefinger-Video mit seinem "Neo Magazin Royale"-Team gefälscht zu haben. Die Verwirrung war perfekt. Bereits einen Tag später sahen sich das ZDF und der Komiker selbst dazu gezwungen, den Gag aufzulösen: Das vermeintliche Bekennervideo war ein Fake. Varoufakis selbst zeigte sich von dem Scherz begeistert: "Humor, Satire und Selbstironie sind tolle Mittel gegen blinden Nationalismus. Wir Politiker brauchen Sie dringend", twitterte er an Böhmermann.

 

Hulk Hogans rassistisches Bettgeflüster

 

Ein altes Sextape reicht heutzutage auch in den USA kaum noch für einen echten Skandal aus - Rassismus dagegen umso mehr, wie Hulk Hogan (62) erfahren musste. Das bisschen Matratzen-Wrestling mit Heather Clem (41), der Ex-Frau seines Ex-Kumpels Bubba the Love Sponge (49), wäre für die WWE vermutlich kein Grund gewesen, Hogan aus der Hall of Fame zu werfen. Doch Hogan ließ bei seiner Gespielin Dampf über einen angeblichen afroamerikanischen Lover seiner Tochter Brooke (27) ab und benutzte dabei unter anderem das "N-Wort". Da halfen auch alle Entschuldigungen nichts: Wie schnell das frühere Wrestling-Aushängeschild nahezu überall unten durch war, hat auch die meisten erfahrenen Beobachter überrascht. Immerhin: Töchterchen Brooke hielt trotz allem zu Papa.

 

Die Entgleisungen des Donald Trump

 

Dass auf der anderen Seite auch in den USA Rassismus in einigen Kreisen weiter salonfähig ist, beweist der krawallige Wahlkampf von Donald Trump (69) im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner. Der erfahrene Showman zeigt, wie man politische Debatten aufmischt, greift dabei aber gerne in die unterste Schublade der Ressentiments. Trump attackierte seine Gegner - innerhalb wie außerhalb der Partei - oft unter der Gürtellinie und beleidigte so gut wie jede Bevölkerungsgruppe: Latinos, Schwarze, Asiaten, Muslime, Frauen, Behinderte oder auch sämtliche Einwohner des Bundesstaats Iowa. Zahlreiche Geschäftspartner brachen den Kontakt ab, unter anderem flog Trump aus seiner Show "The Apprentice". Promis wie Muhammad Ali (73), Mark Zuckerberg (31), Eva Longoria (40) und Harrison Ford (73) machten ihrem Ärger über Trump mit deutlichen Worten Luft. In den Umfragen schneidet er allerdings weiter gut ab.

 

Steve Harvey krönt die falsche Miss Universe

 

Im Endspurt zum Jahreswechsel verursachte Steve Harvey (58) bei der Wahl zur Miss Universe einen handfesten Eklat: Der Moderator krönte aus Versehen die Falsche. Zwei Minuten durfte sich die Kolumbianerin Ariadna Gutiérrez (21) als Schönheitskönigin fühlen, bevor Harvey zerknirscht auf die Bühne zurückkehrte und seinen Fehler einräumte: Er hatte sein Moderationskärtchen falsch gelesen, Gutiérrez war nur die Zweite und die Miss Philippinen, Pia Alonzo Wurtzbach (26), die eigentliche Siegerin. Die Kolumbianerin brach in Tränen aus, die Krone wechselte auf das andere hübsche Köpfchen und Harvey wurde im Netz umgehend zum Running Gag: "Steve Harvey sollte die Oscars moderieren, vielleicht gewinnt Leonardo DiCaprio dann endlich", lautet etwa einer der Witze.

 

Der tiefe Fall des Bill Cosby

 

Die Flut der Anschuldigungen gegen Bill Cosby (78) setzte zwar schon im Vorjahr ein, doch das Thema beherrschte auch 2015 die Schlagzeilen. Immer mehr Frauen traten mit Missbrauchsvorwürfen an die Öffentlichkeit, inzwischen sind es etwa 50. Ob Cosby zumindest für einige seiner angeblichen Taten juristisch belangt werden könnte, ist weiter unklar. Seine Karriere ist jedoch ohnehin am Ende: Cosby verlor seinen Agenten, so gut wie alle Freunde und Geschäftspartner wandten sich von ihm ab. Die Wiederholungen seiner Serien-Hits wurden aus den Programmen sämtlicher TV-Sender gestrichen und alle aktuellen Projekte eingestampft. Zahlreiche Institutionen entzogen dem Entertainer ihre Ehrentitel und andere Würdigungen, darunter mehrere Universitäten, die US Navy und Disney World. Zuletzt verklagte wiederum Cosby einige seiner Beschuldigerinnen wegen Verleumdung. Dieser Skandal wird uns auch im neuen Jahr noch lange beschäftigen.

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