'Die Monster Uni': Erschrecken will gelernt sein

Filmkritik zu 'Die Monster Uni'

Von Ann-Christin Gebhardt

4,5 von 5 Punkten

Erschrecken will gelernt sein: 2001 eroberten Mike und Sully mit ‚Die Monster AG‘ die Herzen der Kinozuschauer im Sturm. Jetzt, zwölf Jahre später, erzählt Pixar die Vorgeschichte und so müssen die beiden auf die ‚Monster Uni‘. Kann Regisseur Dan Scanlon („Tracy“) mit seinem Trickfilm, der in gewohnt kunterbunter und liebenswerter Manier von Freundschaft, Zusammenhalt und dem unerschütterlichen Glaube an sich selbst handelt, die hohen Erwartungen erfüllen? Schließlich gehört der erste Teil rund um die sympathischen Monster zu den zehn erfolgreichsten Animationsfilmen aller Zeiten.

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Auch ein berühmter Schrecker hat mal klein angefangen: Rund ein Jahrzehnt bevor der einäugige Mike Glotzkowski und der flauschige James P. „Sully“ Sullivan ihr großes Abenteuer in ‚Die Monster AG‘ erlebten, sind sie Schreckologie-Studenten an der Monster Uni. Allerdings haben sie dort keinen allzu guten Start und so werden aus ihnen schnell erbitterte Rivalen. Wie es der Zufall aber so will, müssen sich die beiden bald zusammenraufen. Denn nur im Team und mit der Hilfe der merkwürdigen Monster-Studentenverbindung ‚Omega Kreischma‘ können sie die alles entscheidenden Schreck-Spiele gewinnen und so ihr Studium fortsetzten.

Uni-Stars, Streber, Mitläufer und Mauerblümchen: Diese College-Film-Stereotype sind auch an der ‚Monster Uni‘ vertreten. Der strebsame und fleißige Mike steht da in direktem Kontrast zu dem faulen Partytiger Sully, und die nerdigen Verbindungsbrüder von ‚Omega Kreischma‘ geraten immer wieder mit den Super-Schreckern aneinander. Pixar macht mit diesen Geschichten deutlich, dass auch die Geschöpfe der Monster Uni, trotz ihrer skurrilen Erscheinung, letzten Endes Wesen wie du und ich sind.

'Die Monster Uni': Ab 20. Juni 2013 im Kino 'Die Monster Uni' überzeugt

Auch visuell hat 'Die Monster Uni' einiges zu bieten

Emotionale Augenblicke, wie die Wandlung von Mikes und Sullys Beziehung und Szenen, in denen die individuellen Eigenschaften der Loser-Monster zu Stärken umgewandelt werden, stellen eine realistische Entwicklung der Charaktere dar, mit der man sich identifizieren kann. Ohne dabei zu sehr auf die Tränendrüse zu drücken, bringt ‚Die Monster Uni‘ den Zuschauer immer wieder zum Schmunzeln und lässt dennoch den Humor nicht zu kurz kommen. Einziger Wehrmutstropfen: Einige der ganz großen Lacher nimmt der Trailer schon vorweg.

Visuell hat Pixar hier noch mal eine ordentliche Schippe draufgelegt: Auch wenn der Film im Vergleich zu seinem Vorgänger inhaltlich ein klein wenig abfällt, so hat er von den technischen Entwicklungen der letzten zwölf Jahre sichtlich profitiert. Die Gestaltung der unzähligen neuen Monster, wie die böse Drachenlady Hardscrabble oder das merkwürdige Fellmonster Art, machen den Film zu einem kunterbunten Meisterwerk. Auch die detailgenaue und realistische Darstellung des Uni-Campus und die deutlich verbesserten Fell- und Bewegungsanimationen sind ein wahres Fest für die Augen. Die 3-D-Effekte sind für Kinder kein Muss – auch in 2D kommen vor allem ganz kleine Animationsfans auf ihre Kosten.

Als Familienfilm überzeugt ‚Die Monster Uni‘ auf ganzer Linie. Spannend, lustig und perfekt in Szene gesetzt gehört dieser Film zum Pflichtprogramm nicht nur für Pixar-Fans.

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