'Die Legende von Aang': Schnarchiges 3D-Geplänkel

'Die Legende von Aang': Gute Story mit oberflächlichen Charakteren

'Die Legende von Aang': Schnarchiges 3D-Geplänkel
© Zade Rosenthal, Photo Credit: Zade Rosenthal

Man nehme eine gelungene Story, junge und schnuckelige Schauspieler, etwas 3D-Geplänkel und ein Budget von 150 Millionen US-Dollar. Aus diesen Zutaten lässt sich wohl ein potenziell mitreißender Film zusammen mixen. „Die Legende von Aang“ besitzt alle diese Zutaten, allerdings ist wohl unterwegs die Dosierung etwas durcheinander geraten. Aber wie soll nun eigentlich ein zwölfjähriger Junge zusammen mit einer fliegenden Biber-Kuh und mehr oder weniger unfähigen Gefährten die Welt retten?

Die Geschichte ist an sich keine schlechte: Vier Elemente, vier Völker – sie alle wurden einst von einem Avatar in Frieden zusammengehalten und geführt. Vor 100 Jahren verschwand dieser Herrscher jedoch plötzlich spurlos und nun kommt es, wie es kommen muss: Das Feuer-Volk reißt mit Gewalt die Herrschaft an sich und rottet in weiser Voraussicht das Luft-Volk aus, denn nur aus diesem Volk kann wieder ein Avatar hervorgehen.

Der zwölfjährige Aang (Noah Ringer) wird von den Geschwistern Katara (Nicola Peltz) und Sokka (Jackson Rathbone) im tiefen Eis gefunden. Die beiden werden bald merken, dass sie in dem Jungen die Reinkarnation des vermissten Avatars gefunden haben könnten. Wacker schlägt sich Aang durch mehrere Kontinente, immer auf der Flucht vor den Herrschern des bösen Feuer-Volkes, die in ihm scheinbar eine ernstzunehmende Bedrohung sehen. Ob er selbst der mächtige Avatar ist, weiß er jedoch selbst nicht so recht.

Hauptdarsteller Noah Ringer entspricht mit seinem kahlrasierten, ‚tatöwierten’ Schädel immerhin den optischen Voraussetzungen für einen guten Aang, seines Zeichens der letzte übrig gebliebene Luft-Bändiger. Ebenso hat er einen schwarzen Gürtel in Taekwondo zu bieten – bei den Kampfszenen, die allerdings erst zum Ende hin etwas an Raffinesse zunehmen, nicht zu übersehen.

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Das 3D-Spektakel bleibt aus – lahme Effekte und plumpe Umsetzung

Die anfängliche Erwartungshaltung wird schon ziemlich zu Beginn des Films getrübt. Schlecht umgesetzte Spezialeffekte lassen das Folgende schon vermuten: Statt mit beeindruckenden 3D-Effekten ist der Film mit lahmen und teilweise plump wirkenden Animationen gespickt. Leider wirkt das Ganze irgendwann eher wie eine lustige Zirkusnummer, in der die sogenannten ‚Bändiger‘ ein paar Kunststücke mit ihren Elementen vorführen– zudem gibt es nichts Neues, viel zu oft muss der Zuschauer die selben unspektakulären Effekte erleben.

Aangs Reise im Kampf gegen das übermächtige Feuer-Volk ist leider mehr ‚nett‘ als ‚wow‘: Alles ist ziemlich vorhersehbar. Der Funke springt auch bei der Liebesgeschichte zwischen dem viel zu trottelig wirkenden Sokka und Wasser-Prinzessin Yue nicht über. Genau so oberflächlich wie die einzelnen Charaktere gestaltet sind, können auch die Beziehungen unter den Figuren den Zuschauer emotional nicht fesseln. Aangs haariger Fantasy-Gefährte, eine Art überdimensionale, fliegende Biber-Kuh, erinnert sofort an den guten alten ‚Fuchur‘ aus ‚Die unendliche Geschichte‘ – nur, (wie nicht anders zu erwarten), leider vollkommen lieblos, oberflächlich und langweilig umgesetzt. Einziger Lichtblick: Prinz Zuko (Dev Patel, bekannt aus ‚Slumdog Millionaire‘), Aangs Feind aus dem Feuer-Volk, kann mit einer hitzig-gruseligen Ausstrahlung punkten. Er schafft es sogar, dem Film etwas von seiner allgemein kindlich-naiven Wirkung zu nehmen.

Der Film zur amerikanischen Erfolgsserie ‚Avatar – der Herr der Elemente‘ enttäuscht zumindest die Kinogänger ab 20 Jahren auf der ganzen Linie. Für Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 15 hat ‚Die Legende von Aang‘ allerdings immerhin ein paar coole Kampfszenen und eine eingängige Story zu bieten. Fazit: Wer mal wieder einen gut gemachten 3D-Film sehen möchte, ist mit ‚Die Legende von Aang’ an der falschen Adresse. Wer jedoch einen netten Familien-Abend mit Kindern plant und seine Erwartungen entsprechend niedrig hält, wird nicht allzu enttäuscht sein.

Von Katharina Driesen

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