Hollywood Blog by Jessica Mazur

Die kuriosen Erziehungsmethoden der Hollywood-Stars

Die kuriosen Erziehungsmethoden der Hollywood-Stars
Die kuriosen Erziehungsmethoden der Hollywood-Stars © Bildquelle: dpa

von Jessica Mazur

Hier in Hollywood jagt ja gewöhnlich ein Trend-Alarm den nächsten. Egal, ob bei der Kleidung, den Haaren oder dem Lebensstil, fast jede Woche tauchen neue Must Have´s und Must Do´s auf. Wer da mithalten will, hat ganz schön was zu tun. Und seitdem ich Kinder habe, weiß ich, dass es selbst bei der Erziehung ständig neue Trends gibt’s, die die Hipsters in Hollywood befolgen. Attachment Parenting, Helicopter Parenting, Natural Parenting ... die Liste ist lang.

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Im Moment heißt das angebliche Non-Plus-Ultra im Umgang mit den lieben Kleinen „RIE Parenting“, kurz für „Resources for Infant Educarers“. Erfahren habe ich davon vor ein paar Tagen auf dem Spielplatz im West Hollywood Park. Um meiner fast dreijährigen Tochter beim Herumturnen auf dem Klettergerüst zu assistieren, hatte ich mir meine sechs Monate alte Tochter im Ergobaby vor den Bauch geschnallt. Offensichtlich ein großer Fehler, wie ich erfuhr. Denn das Herumtragen meines Kindes in einem Carrier, wie Ergobaby, BabyBjörn, etc. untergräbt, wie mir mitgeteilt wurde, das Selbstvertrauen meines Kindes, es auch alleine von Punkt A nach Punkt B zu schaffen. Häh???  

Und das ist nur eine Theorie des „RIE Parenting“, deren Grundidee es ist, Babys nicht wie Babys zu behandeln. Die neue Erziehungsmethode hat noch jede Menge andere Regeln. So darf man sein Baby auch auf keinen Fall in irgendwelche Bouncer/Wippen/Türhopser stecken, denn das zeigt dem Kind nur, das es uns im Weg ist. Flaschen oder Schnabeltassen sind genauso Tabu, denn damit wollen wir unsere Kinder nur für dumm verkaufen. Und wenn wir schon dabei sind, auch gleich weg mit den High Chairs, denn sie verhindern, dass das Baby „würdevoll dinieren“ kann. Es geht noch weiter: Mobiles über dem Bett missachten die Privatsphäre beim Schlafen. Schnuller sind erniedrigend, denn Babys haben das Recht zu Schreien. Spielsachen sind unnötig und Goo-Goo-Ga-Ga Baby Talk ist im Gegensatz zu echten Konversationen ein absolutes No-No. Und kommt bloß nicht auf die Idee, euer Kind in den Schlaf zu wiegen. Denn wer versucht, Babys zu beruhigen, beeinflusst deren Gefühlswelt negativ. Aha!!

Tja, ich fürchte, es gibt nicht eine Regel, die ich in den letzten 24 Stunden nicht missachtet habe. Da stellt man sich natürlich die Frage: Und das machen die Leute wirklich? Offensichtlich. Denn wie jeder Trend hat auch dieser ein paar prominente Mitstreiter. Helen Hunt, Tobey Maguire, Penelope Cruz, Felicity Huffman und William H. Macy – sie alle sollen angeblich „RIE Parents“ sein. Na, dann MUSS das ja was Tolles sein!?! Wenn ich mich jetzt also entschuldigen würdet. Ich muss mich mit meinem Baby mal eben über Obamas Gesundheitsreform unterhalten, bevor ich sie in einen leeren Raum mit einem Tolstoi Roman lege. Das wird ein Spaß!

Viele Grüße aus Lalaland sendet Jessica Mazur

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