'Die Kunst zu gewinnen - Moneyball': Pitt und Hill auf Oscarkurs

Brad Pitt im Sportlerdrama 'Die Kunst zu gewinnen – Moneyball'
Brad Pitt und Jonah Hill auf Oscarkurs mit 'Die Kunst zu gewinnen – Moneyball'

4 von 5 Punkten

Eigentlich ist Baseball nicht unbedingt die Sportart, die deutsche Zuschauer in die Stadien lockt. Warum sollte man sich also ausgerechnet über diese Ballsportart einen Film anschauen? Ein gutes Argument liefert nicht nur Beau Brad Pitt, der wieder einmal beweist, warum er zu den Top-Schauspielern Hollywoods gehört. Auch die Tatsache, dass 'Die Kunst zu gewinnen - Moneyball' auf einer wahren Begebenheit basiert und die klischeehafte Underdog-Geschichte auf eine sehr authentische und emotionale Weise auf die Leinwand bringt, spricht für den Film. Auch wenn der Titel und der Film zunächst vermuten lassen, dass sich alles nur um Sieg und Geld dreht, so wird schnell klar, dass es um weitaus tiefgründigere Werte geht…

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Billy Beane (Brad Pitt, 'Inglourious Basterds') wird in jungen Jahren als Baseball-Superstar gehandelt, doch trotz seines Talents, kann er den Erwartungen auf dem Spielfeld nicht gerecht werden. So groß diese Enttäuschung auch ist, seine Liebe zu dem Sport wird dadurch nicht gemindert. So entschließt er sich, auf eine andere Weise dem Baseball verbunden zu bleiben: er wird Manager der 'Oakland A‘s'. Anfangs noch erfolgreich, wendet sich 2002 das Blatt: die letzten gewonnen Spiele liegen in weiter Ferne, das Geld ist futsch und die verbliebenen Talente werden nach und nach von größeren Vereinen aufgekauft.

Besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen – und so entschließt sich Beane mit Hilfe von Yale-Absolvent Peter Brand (Jonah Hill, 'Männertrip') alles vorher Dagewesene auf den Kopf zu stellen. Er wertet seine Spieler nach Zahlen und Computerstatistiken aus und stellt so eine Mannschaft zusammen, die ihn letztendlich zum Sieg führen soll. Seine Kollegen, wie sollte es anders sein, halten ihn für völlig verrückt und weigern sich, die neue Strategie umzusetzen. Der Grund: die Spieler, die der Computer ausspuckt sind Sportler, die Mankos haben und in keiner anderen Mannschaft eine Chance bekommen würden. Ob die 'Oakland A‘s' am Ende die Meisterschaft gewinnen, rückt zunehmends in den Hintergrund. Was am Ende zählt, ist die Tatsache, dass Beane mit seinem gewagten Experiment nicht nur sein Leben und das seiner Spieler verändert, sondern damit auch die Zukunft des Baseballs prägt.

Der ehemalige Baseball-Superstar Billy Beane wird von Brad Pitt verkörpert
Brad Pitt spielt den ehemaligen Baseball-Superstar Billy Beane © dpa, Sony Pictures

Brad Pitt hat, wie bei seinem letzten prämierten Werk 'The Tree of Life', auch bei 'Moneyball' nicht nur vor der Kamera, sondern auch hinter der Kamera als Produzent agiert. In dem Sportlerdrama verkörpert er Star-Trainer Billy Beane mit all seinem Facettenreichtum. Er ist leidenschaftlich und scharfsinnig, aber auch kämpferisch und dabei verletzlich und emotional - Beane macht charakterlich eine Wandlung durch: Alles, was er anfangs wollte, war es zu gewinnen und Geld zu machen. Für ihn sind die Spieler nur Namen auf einem Papier – doch am Ende erkennt er, dass nicht nur Zahlenkombinationen ein Team ausmachen, sondern auch Zwischenmenschliches.

Auch Jonah Hill beindruckt in seiner Rolle als staubiger und schüchterner Zahlen- Jongleur und beweist, dass er nicht nur als Komiker, wie in ‚Männertrip‘, sondern auch in ernsten Rollen Eindruck schinden kann. Nicht umsonst sind beide Darsteller für ihre schauspielerische Leistung in 'Die Kunst zu gewinnen - Moneyball' mit einem Oscar nominiert.

Auch wenn man von Baseball nicht viel Ahnung hat und vor einem Sportlerfilm eher abgeneigt ist, so sollte man 'Moneyball' dennoch nicht verpassen. Die Darsteller und die ‚Moral von der Geschichte‘ sind den Besuch im Kino wert.

Von Alexandra Mölgen

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