'Die Hebamme II'-Star Josefine Preuß über Emanzipation beim Dreh

Josefine Preuß: Der Opiumrausch verlangte ihr alles ab
Josefine Preuß in "Die Hebamme II" © ddp images

"Die Hebamme" ist zurück - und damit auch Josefine Preuß (30, "Türkisch für Anfänger"). Die Schauspielerin mimte in der Fortsetzung am 16. Februar erneut die Hebammenschülerin Gesa, sie rauchte Opium und tauchte ihre Hände in viel Blut. Was Preuß nach diesen Dreharbeiten zu "Die Hebamme II" jetzt noch schocken kann, das hat sie im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news verraten.

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Hauptrolle in "Die Hebamme II"

 

Hätten Sie die frühe Moderne gerne miterlebt?

 

Josefine Preuß: Auf gar keinen Fall! Ich bin froh, im Hier und Jetzt zu leben - und nicht mehr an den Fluss zu müssen, um Wäsche zu waschen. Aber für mich als Darstellerin ist es natürlich toll, mich in so eine Welt entführen zu lassen. Die Klamotten sind anders, man bewegt sich anders - das historische Set hat sich als Riesenabenteuerspielplatz erwiesen.

 

Sie verkörpern eine emanzipierte Frau: Wie emanzipiert sind Sie selbst?

 

Preuß: Jetzt, im 21. Jahrhundert, sollte Emanzipation gar kein Thema mehr sein. Wir haben eine Bundeskanzlerin, eine Verteidigungsministerin - wir sind gerade das emanzipierteste Land überhaupt. Jeder darf seine Meinung sagen, egal, welches Geschlecht, welche Herkunft oder welche Religion. Es ist eigentlich mal wieder an der Zeit, dass die Männer sich emanzipieren.

 

Wie gut können Sie sich mit ihrer Rolle identifizieren?

 

Preuß: Gar nicht. So handhabe ich es mit jeder meiner Rollen. Aber ich kann sagen, was mir an Gesa gefällt: Dass sie für ihr Recht kämpft bzw. sich dafür einsetzt, studieren zu dürfen.

 

Wie haben Sie nach einem Drehtag abgeschaltet?

 

Preuß: Das war kein Problem. Anders war es nach den Dreharbeiten zum ersten Teil des Films. Immerhin musste ich Studenten zusehen, wie sie mit gebutterten Fingern Tastbefunde bei den Gebärenden machen. Da habe ich mir schon gedacht: Zum Glück ist mein Frauenarzt nett.

 

Und was ist Ihnen während des Drehs für den zweiten Teil schwer gefallen?

 

Preuß: Mich für meiner Rolle in einen Opium-Rausch zu spielen. Davor hatte ich großen Respekt. Es ist immer eine größere Herausforderung, wenn man etwas im echten Leben noch nie gemacht hat.

 

Was machen Sie persönlich, um herunterzukommen?

 

Preuß: Jedenfalls kein Opium rauchen! Ich knalle mich entweder auf die Couch und gucke Netflix oder lese ein Buch oder treffe mich mit Freunden. Doch ich kann auch beim Staubsaugen abschalten.

 

Geben Sie mit ihrem neugewonnenem Wissen im Alltag an?

 

Preuß: Ja, ich kann die Einzelnaht, die fortlaufende Naht und wenn alles zu spät ist, auch die pathologische Sacknaht durchführen. Wenn irgendwer mal eine kleine Scherbe im Fuß hat: Ich mache laut der medizinischen Fachberatung sehr schöne Stiche und es bleibt definitiv keine Narbe zurück.

 

Was kann Sie jetzt noch schocken?

 

Preuß: Horrorfilme jedenfalls nicht. Da lache ich höchstens mal, wenn mir misslungene Spezialeffekte auffallen. Ich bin leider schon zu lange in der Branche unterwegs, um mein kritisches Auge zu verschließen.

spot on news

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