'Die Hände meiner Mutter' von Florian Eichinger: Jessica Schwarz auf dem Filmfest München ausgezeichnet

Florian Eichinger
Der Regisseur Florian Eichinger gewann auf dem 34. Filmfest München den Preis für die Beste Regie. Foto: Felix Hörhager © DPA

Das Familiendrama "Die Hände meiner Mutter" mit Jessica Schwarz ist am Freitagabend auf dem Filmfest München als bester Nachwuchsfilm ausgezeichnet worden.

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Der mit 30.000 Euro dotierte Förderpreis Neues Deutsches Kino für Regie ging an Florian Eichinger. Der Filmemacher erzählt darin von Markus, der als Kind von seiner Mutter missbraucht wurde und sich nun als Erwachsener durch einen Vorfall mit seinem eigenen Sohn daran erinnert. Hauptdarsteller Andreas Döhler wurde als bester Schauspieler gewürdigt.

Der Produktionspreis ging an Jana Raschke und Igor Dovgal für "Haus ohne Dach". Beste Drehbuchautorin wurde die Münchner Filmhochschülerin Mareille Klein für die Tragikkomödie "Dinky Sinky".

Regiegewinner Eichinger schließt mit "Die Hände meiner Mutter" eine Trilogie über Familiengewalt ab, die mit seiner Produktionsfirma Bergfilm in Hamburg entstanden ist. Die Jury lobte seine feine Erzählweise, die kluge Psychologie der Figuren und die präzise Schauspielführung: "Ein Film, bei dem uns immer wieder der Atem stockte und der uns am Ende dennoch einen Weg aus der Ausweglosigkeit weist."

Um starken Zusammenhalt in der Familie geht es in "Haus ohne Dach". Drei Geschwister wollen die Leiche der Mutter von Deutschland in ihr kurdisches Heimatdorf im Irak bringen. Eine abenteuerliche Reise beginnt. Der Film sei mit wenigen Mitteln und unter schwierigen Bedingungen entstanden. Mit seiner Leichtigkeit und seinem lakonischen Humor bringe er zum Lachen, er mache aber auch sprachlos angesichts des Leids, den der Krieg über die Menschen bringe, befanden die Juroren. "Haus ohne Dach" ist der Abschlussfilm von Soleen Yusef an der Filmakademie Baden-Württemberg.

In "Dinky Sinky" dagegen bleibt eine eigene Familie für die Protagonistin Frida vorerst ein Traum. Das mit dem Kinderkriegen klappt nicht und dann verlässt sie auch noch ihr Freund. Der Film habe ein großes Herz und einen nüchternen Blick und mache mit großer Eleganz vor keiner Peinlichkeit halt, so die Begründung der Preisrichter.

Juroren waren in diesem Jahr der Schauspieler Johann von Bülow ("Elser"), die Produzentin Nicole Gerhards ("Das Fremde in mir") und der Filmemacher Dietrich Brüggemann ("Kreuzweg"). Den Förderpreis gibt es seit 1989, anfangs nur für Regisseure, später auch in anderen Kategorien, mehrfach wurde er auch umbenannt. Er ist mit insgesamt 70.000 Euro dotiert.


dpa

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