Die gagarme Parodie „Beilight“: Twilight bis(s) zum bitteren Ende ausgeschlachtet

Die gagarme Parodie „Beilight“: Twilight bis(s) zum bitteren Ende ausgeschlachtet

Endlich zieht mal einer den Hype um die Vampir-Saga durch den Kakao. Leider kann die schnell hingeklatschte Klamotte nur mit blutarmen Gags punkten.

Dass der Vampir-Hype um die ‚Twilight‘-Saga mal durch den Kakao gezogen wird, war schon ziemlich überfällig. Aber wenn man sich das Machwerk von Jason Friedberg und Aaron Seltzer so anschaut, dann wird schnell klar: Gute Filme brauchen einfach Zeit. Diese Genreparodie wirkt mit ihren wenig originellen Slapstickeinlagen jedoch wie auf die Schnelle hingeklatscht. Trotzdem dürfte ‚Beilight – Biss zum Abendbrot’ eine Menge Geld in die Kinokassen spülen – den zahlreichen ‚Twilight’-Fans sei Dank.

Wenn in einem Vampirfilm Edward mit einem Segway durch die Wälder donnert, Jacob sich statt in einen Werwolf in einen Chihuahua verwandelt und Alice im Wunderland, Buffy und sogar Lady GaGa ordentlich mitmischen, dann kann es sich nur um ein Werk der verrückten Parodisten Jason Friedberg und Aaron Seltzer (‚Scary Movie‘, ‚Meine Frau, die Spartaner und ich‘, ‚Date Movie‘) handeln. Doch obwohl die ‚Twilight‘-Saga prädestiniert schien für einen Spoof-Streifen, gelingt es den ‚Beilight ‘-Machern nur manchmal, die zahlreichen Angriffsflächen des Teenie-Erfolgs ins Visier zu nehmen.

Für all diejenigen, die sich noch nicht zwischen ‚Team Edward‘ und ‚Team Jacob‘ entschieden haben, hier kurz die ‚Beilight‘-Story: Aus Bella wird hier die ewig missmutige Becca (farblos und langweilig: Jenn Proske),die aus Phoenix zu ihrem Vater Frank in die Kleinstadt Sporks zieht. An der Highschool lernt die selbsternannte Außenseiterin schon bald die geheimnisvolle (Vampir-)Familie Sullen kennen und verliebt sich in den extrem gutaussehenden Edward (ganz nett: Matt Lanter). Aber der weist sie zunächst von sich, aus Angst, seine Essgewohnheiten könnten wieder mit ihm durchgehen.

Zu allem Überfluss treiben auch noch böse Blutsauger-Nomaden in der Stadt ihr Unwesen, die laut Drehbuch große Ähnlichkeit mit den ‚Black Eyed Peas‘ haben sollen, was dummerweise tatsächlich überhaupt nicht der Fall ist. Extrem viel Ähnlichkeit mit seinem berühmten Vorbild hat dagegen Taylor Lautner-Double Chris Rigg, der in der Rolle des Jacob White ebenfalls – und aus unerfindlichen Gründen - ein Auge auf Becca geworfen hat. Da ist Ärger programmiert.

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Im Prinzip ist ‚Vampires Suck‘, so der amerikanische Originaltitel, die überspitzte und alberne Schnellzusammenfassung der ‚Twilight‘-Jugendbuchreihe von Autorin Stephanie Meyer. Nur, dass Bella Swan (zu deutsch: Schwan) eben Becca Crane (übersetzt: Kranich), die Cullens Sullens und Jacob Black nun mit Nachnamen White heißt. Nicht grade originell? Dieses Manko ist leider Programm für den ganzen Film.

Um nur ein paar kleine Beispiele zu nennen: Ein Lieferjunge kommt ins Haus der Sullens, fragt, wer das chinesische Essen bestellt hat, woraufhin sich der bluthungrige Klan auf ihn stürzt; Edward sprüht sich beim Zeitlupen-Auftritt Haarspray in die perfekt sitzende Frisur und frischt sein Make-up auf; eine kleine Schnittwunde mutiert zur arteriellen Blutung, die auf die Untoten im Raum ungefähr den gleichen Effekt hat wie ein Auftritt von ‚Twilight‘-Star Robert Pattinson auf pubertierende Gören. Solch blutarme Sketche wären wohl jedem drittklassigen Comedian bei einem kurzen Brainstorming eingefallen.

Zwar werden die düstere Atmosphäre aus dem Original gut eingefangen, die Zeitlupen-Effekte gekonnt umgesetzt und auch die inhaltlichen Schwächen teilweise ausgeschlachtet, aber im Großen und Ganzen ist einfach zu viel Klamauk im Spiel. Fazit: Zu übertrieben, zu albern, zu überzeichnet - der absolute Overkill. Doch was soll’s: Die Trittbrettfahrerei auf der ‚Twilight‘-Welle wird vermutlich auch so ordentlich Geld in die Kinokassen spülen. Da ist der Inhalt ja fast schon nebensächlich…

Von Christina Rings

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