Die deutschen MTV-Unplugged-Stars

Die deutschen MTV-Unplugged-Stars
Cro auf der Bühne bei seinem Unplugged-Auftritt © ProSieben

Stecker raus, Vorhang auf, der Panda ist los... Tatort "Scala"-Kino in Ludwigsburg: Vor nur 300 Fans spielte Cro, der Erfinder des Raops, seine größten Hits - begleitet von seiner Band und einem Orchester. Im Laufe des Abends kommen noch Max Herre, Haftbefehl, die Orsons, Teesy, Dajuan und die Prinzen auf die Bühne, um mit Cro gemeinsam zu performen. ProSieben zeigte das komplette Konzert am Donnerstag, den 16. Juli ab 23:35 Uhr. Doch der Panda-Rapper ist nicht der erste deutsche Musiker, der zum "stromlosen" Gig bat.

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Cro-Konzert auf ProSieben

Bereits 1994 spielte Herbert Grönemeyer, damals sogar als erster nicht-englischsprachige Künstler, ein solches Konzert für den Musiksender. Das Besondere dabei: Damals strahlte der Sender noch ein europaweites Programm aus, und produzierte keine eigenen deutschsprachigen Inhalte. Ein Ritterschlag für den Rocker mit der markanten Stimme. Das dazugehörige Album "Unplugged Herbert" wurde ein Jahr später auf den Markt gebracht.

Sechs Jahre lang dauerte es, bis wieder eine deutsche Band von MTV eingeladen wurde. Die Fantastischen Vier wählten im Jahr 2000 die berühmte Balver Höhle in Nordrhein-Westfalen als Ort, die größte Kulturhöhle Europas. Eigentlich setzen die Fantas bei ihren Konzerten naturgemäß auf viele Samples aus der Konserve, nicht so bei diesem Auftritt: Alles wurde live und akustisch eingespielt - sogar ein Meeresrauschen wurde imitiert. 2012 wiederholten die Stuttgarter diesen Auftritt als bislang einzige deutsche Band noch einmal.

 

Die deutschen Punkrock-Helden

 

"Rock 'n' Roll Realschule" hieß es dann 2002 als Bela B., Farin Urlaub und Rodrigo González, besser bekannt als Die Ärzte eines ihrer wohl bekanntesten Konzerte einspielten. Als Location wählten sie allerdings keine Realschule: Das Albert-Schweizer-Gymnasium in Hamburg unterstützte den Auftritt sogar mit ihrem Schulorchester und dem Chor. Neben vielen altbekannten Hits spielte die Punk-Band auch zahlreiche unbekanntere Songs - und verpackte allesamt in ein neues Gewand.

Was die Konkurrenten können, können wir schon lange. Das dachten sich wohl auch Campino und Co. von den Toten Hosen, als 2005 im Wiener Burgtheater die zweite große deutsche Punk-Band ihr Unplugged-Konzert einspielte - allerdings mit einem kleinen, aber feinen Trick. Ähnlich wie bereits Nirvana bei ihrem legendären Auftritt 1993 setzten die Düsseldorfer auf elektronische Tonabnehmer an ihren Akustik-Gitarren. Für konservative Unplugged-Liebhaber ein Affront.

Im Juli 2008 spielten Die Söhne Mannheims und ihr Zögling Xavier Naidoo ein Doppel-Unplugged-Konzert im Rokoko-Theater des berühmten Schlosses in Schwetzingen. Nur ein halbes Jahr später, Anfang 2009, spielten die Sportfreunde Stiller ihr "Unplugged in New York" als Reminiszenz an das gleichnamige Nirvana-Konzert. Die New-York-Kulisse wurde allerdings in einem Filmstudio in München nachgebaut. Höhepunkt des Abends war der Gast-Auftritt von Udo Jürgens, der per Video-Schalte mit den Sportfreunden seinen Song "Ich war noch niemals in New York" performte.

 

Endlich wieder Hip-Hop

 

Nach zehn Jahren Pause war 2010 Sido nach den Fanta 4 als zweiter deutsche Rap-Künstler an der Reihe. Er lud dazu ins Märkische Viertel ein und holte sich unter anderem Adel Tawil, Kurt Krömer und Stephan Remmler als Gast-Musiker auf die Bühne. 2011 feierte Udo Lindenberg mit seinem Konzert ein unerwartetes Comeback und wurde dadurch auch beim jüngeren Publikum ein Star.

2013 gaben die Scorpions ganze drei Live-Konzerte in Folge. Als Ort wählten sie das Lykabettus-Theater in Athen und schrieben damit Geschichte: Als erste Band überhaupt, spielten sei ein Unplugged-Konzert unter freiem Himmel. 2013 folgte auch der ehemalige Freundeskreis-Rapper Max Herre in die Riege der Unplugged-Heroen, der unzählige Gäste, darunter Gentleman, Patrice, Samy Deluxe, Philipp Poisel oder Afrob, mit im Gepäck hatte.

Einer von Herres Gästen war es auch, der bis zum diesjährigen Cro-Konzert als letzter Deutscher die Ehre hatte: Der Reggae-Sänger Gentleman spielte im Kölner Stadgarten einen äußerst intimen Gig vor einer handvoll Gästen und holte sich unter anderem sogar den Weltstar Shaggy auf die Bühne.

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