Die Chaos-Clique ist zurück: 'American Pie - Das Klassentreffen'

Filmkritik und Trailer zu 'American Pie - Das Klassentreffen'.
Die Original-Clique von einst steht für 'American Pie - Das Klassentreffen' wieder gemeinsam vor der Kamera.

4 von 5 Punkten

Dreizehn Jahre ist es her, als ein Apfelkuchen, Stiflers Mom und die Abkürzung ‘MILF‘ ('Mom I’d like to fuck‘) zum Synonym für eine der witzigsten und beliebtesten Teenie-Komödie der 90er Jahre wurde. Die Rede ist natürlich von 'American Pie'. Dem Erstlingswerk folgten zwei weitere, nicht minder erfolgreiche Fortsetzungen. Die vier darauffolgenden Ableger 'American Pie präsentiert…' – wohlbemerkt mit anderen Darstellern – schafften hingegen nicht einmal den Weg ins Kino. Für 'American Pie – Das Klassentreffen' wurde die gesamte Besetzung der Originaltrilogie erneut zusammengetrommelt, und siehe da: Das Flair, der Humor und die Chemie von einst waren sofort wieder da…

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Das erste Mal liegt mehr oder minder erfolgreich hinter ihnen, der Highschool-Abschluss ist in der Tasche und die letzte Party schon Ewigkeiten her. Über zehn Jahre lang haben sich Jim (Jason Biggs), Oz (Chris Klein), Finch (Eddie Kaye Thomas), Stifler (Seann William Scott) und Kevin (Thomas Ian Nicolas) nicht mehr gesehen. Grund genug, die Chaos-Clique von einst bei ihrem Klassentreffen im Heimatörtchen East Great Falls wieder aufeinandertreffen zu lassen. Anfangs noch bemüht erwachsen zu wirken, wird allen schnell klar, dass sie trotz einiger Jahre mehr auf dem Buckel keinen Deut reifer geworden sind und noch immer frivole Schandtaten im Kopf haben, die sie nicht scheuen, auch in die Tat umzusetzen.

Ein altbekanntes und vor Jahren erfolgreiches Rezept wird mit neuen Zutaten verfeinert. So sorgt nicht nur Seann William Scott mit seiner Darmentleerung in einer Kühlbox für Lacher, auch Jason Biggs schafft es, die berühmt berüchtigte Apfelkuchen-Szene zu toppen, indem er sein bestes Stück in voller Pracht in die Kamera hält. Für den Nostalgie-Effekt sorgen diverse Anspielungen auf Geschehnisse aus dem ersten Teil, wie zum Beispiel Finchs‘ Liebesnacht mit Stiflers Mom und Jims peinliches Tête-à-tête mit der heißen Austauschschülerin Nadja. Schade ist nur, dass die weiblichen Darsteller (Tara Reid, Alyson Hannigan und Mena Suvari) etwas zu kurz kommen.

Wie in alten Zeiten: Stifler (Seann William Scott) und Jim (Jason Biggs).
Stifler (Seann William Scott) und Jim (Jason Biggs) sind für jede Schandtat zu haben.

Natürlich ist das Thema Sex auch im vierten Teil von 'American Pie' Dreh- und Angelpunkt. Während sich Stifler in gewohnter Macho-Manier und mit einer vorgespielten Vorliebe für 'Twilight' junge Highschool-Hüpfer unter den Nagel reißen will, versucht sich Jim, verheiratet und mittlerweile Vater eines Sohnes, ein 18-jähriges Mädchen vom Leibe zu halten, das mit ihm ihr erstes Mal erleben will.

Auch wenn mehr als ein Jahrzehnt zwischen dem ersten und dem vierten Teil liegt, so ist die Chemie zwischen den Darstellern vom ersten Augenblick an wieder da. Die beiden Regisseure Jon Hurwitz und Hayden Schlossberg können mit 'American Pie – Das Klassentreffen' an die Erfolge der Vorgänger anschließen. Der freche, versaute, aber liebevolle Humor lebt wieder auf. Wer sich also beim ersten Teil der Teenie-Komödie vor Lachen nicht mehr einkriegen konnte, dem sei auch das neueste Werk wärmstens empfohlen.

Von Alexandra Mölgen

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