'Die Augen des Engels' mit Daniel Brühl: Cara Delevingne macht auch abseits des Laufstegs eine gute Figur

von
Die Augen des Engels
Cara Delevingne und Daniel Brühel werden gute Freunde

4 von 5 Sternen

Kaum ein Model ist derzeit gefragter als sie. Modehäuser reißen sich regelrecht um die schöne Britin mit den buschigen Augenbrauen. Doch nicht nur die Fashionwelt liegt Cara Delevingne zu Füßen, auch Filmemacher bieten ihr inzwischen eine Rolle nach der anderen an. Jetzt mischt das heiß begehrte Model also auch Hollywood auf. Dabei macht sie tatsächlich eine genauso gute Figur wie auf dem Laufsteg.

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Von Mariana Jang

Für die Hauptrolle hat es bis jetzt allerdings (noch) nicht gereicht. Denn in 'Die Augen des Engels' dreht sich alles um Amanda Knox (im Film: Elizabeth Pryce), die 2007 als Austauschstudentin in Italien wegen Mordes an ihrer Mitbewohnerin angeklagt wurde. Der Prozess schlug auf der ganzen Welt hohe Wellen und ist selbst nach ihrem Freispruch im Jahr 2011 nicht vollständig geklärt. Auch Regisseur Michael Winterbottom ('Ein mutiger Weg') versucht mit seinem Film nicht, die noch offenen Fragen zu beantworten oder die Geschehnisse der Nacht zu rekonstruieren. Deswegen hat er den Figuren auch ganz bewusst fiktive Namen gegeben und den ursprünglichen Ort Perugia nach Siena verlegt. Damit grenzt sich der Film ganz klar ab und erhebt somit keinen Anspruch auf Wahrheit. Um die Wahrheit geht es aber auch gar nicht. Es geht vielmehr um die unzähligen Menschen, die sich intensiv mit diesem Fall auseinandergesetzt haben.

Cara Delevingne startet als Schauspielerin durch

Die Augen des Engels
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Zu diesen Personen zählt auch der etwas lebensmüde Regisseur Thomas Lang (Daniel Brühl, 'Good Bye, Lenin!'), der die Geschichte verfilmen soll. Doch je mehr er sich mit dem Mordfall beschäftigt, desto mehr verliert er sich darin. Von düsteren Albträumen und Wahnvorstellungen geplagt, hilft ihm auch kein Koks, den er sich gefühlt im Minutentakt durch die Nase zieht. Realität und Fantasie verschwimmen immer mehr ineinander - auch für den Zuschauer.

Schließlich steht für Thomas einiges auf dem Spiel: Sein letzter Kino-Hit liegt eine Ewigkeit zurück und dieser Film ist womöglich seine letzte Chance an alte Erfolge anzuknüpfen. Doch an diesem immensen Druck scheint er fast kaputt zu gehen. Hinzu kommt, dass er von seiner Frau verlassen wurde und die gemeinsame Tochter kaum noch sieht. Trost findet er in den Armen der etwas unterkühlten Buch-Autorin Simone Ford (Kate Beckinsale, 'Underworld'), die ihm bei seinen Recherchen hilft.

Wirklich interessant wird es jedoch, als die Austauschstudentin Melanie (Cara Delevingne) auf der Bildfläche erscheint und Thomas wieder etwas Leben einhaucht. In kürzester Zeit entwickelt sich zwischen den beiden eine tiefe Freundschaft. Auch wenn Daniel Brühl im echten Leben selbst noch keine Kinder hat, spielt er den midlife-crisenden Familienvater auf Koks ziemlich glaubwürdig. Genauso kann Cara Delevingne an seiner Seite überzeugen. Zugegeben, ihre Rolle ist natürlich nicht ganz so anspruchsvoll. Melanie ist eine coole, lebenslustige junge Frau, die gerne wilde Partys feiert und für alles offen ist – also nicht viel anders als Cara Delevingne selbst. Eine dankbare Rolle für die Jungschauspielerin, die allein in diesem Jahr noch in zwei weiteren Filmen zu sehen sein wird.

Auch wenn der Titel etwas anderes vermuten lässt, der Mordfall spielt in dem Film eine untergeordnete Rolle. Es gibt zwar immer wieder Flashbacks, die mögliche Szenen aus der Mordnacht zeigen, aber sie dienen eigentlich nur als Vorlage für das, was sich drumherum abgespielt hat: Menschen, die Antworten suchen, aber keine finden. Sensationsgierige Journalisten, denen es nicht um die Wahrheit geht, sondern nur darum, eine Geschichte zu verkaufen. Doch genau das tut der Film zum Glück nicht.

Kinostart: 21. Mai 2015

Genre: Drama

Originaltitel: The Face of an Angel

Filmlänge: 100 Minuten

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