Diana Amft als Fußballmutti: 'Die Teufelskicker'

Diana Amft als Fußballmutti: 'Die Teufelskicker'

Gerade RTL-Zuschauern ist Diana Amft eher als Dr. Gretchen Haase aus „Doctor’s Diary“ ein Begriff. In der Serie spielt sie nicht gerade eine Sportskanone und versucht im rosa Jogging-Anzug ihre Pfunde in den Griff zu bekommen, doch jetzt zeigt sie sich in dem Fußballfilm „Die Teufelskicker“ rank und schlank und zeigt außerdem, warum Mütter die besseren Fußballtrainer sind – erst Recht, wenn sie gut kochen können.

Diana Amft und Benno Fürmann spielen die Eltern des zwölfjährigen Moritz (Henry Horn), dessen Leben getreu dem Motto verläuft: Das Runde muss ins Eckige. Seine Freizeit verbringt er am liebsten im ortsansässigen Verein SV Hulstorf, über den sein Vater als Trainer mit strengen Augen wacht. Das Leben könnte so schön sein, wenn der Herr Papa ihm da nicht dummerweise einen Strich durch die Rechnung machte: Nach einem Fußballspiel verschwindet der nämlich mit der Sekretärin in der Trainerkabine, in die – wie soll es auch anders sein – unverhofft die Frau Mama herein platzt.

Die fackelt nicht lange, packt Moritz und zwei Koffer ins Auto und macht sich auf den Weg zu ihrem Vater nach Epplaken. Sehr zum Entsetzen ihres Sohnemannes: Nicht nur, dass Moritz absolut keine Lust hat, ohne seine Freunde und seinen Fußballverein in dem Kaff zu versauern. Hinzu kommt noch, dass Opa Rudi (Reiner Schöne) ein richtiger Kauz ist und für seinen Enkel nicht viel übrig zu haben scheint.

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Das ändert sich allerdings, als er in der Schule auf Catrina (Cosima Henman), die Brüder Mehmet und Enes, Niko und den als ‚Freak’ verschrienen Alex (Dario Barbanti) mit seiner Rooftop-Gang trifft. Sie alle lieben Fußball, werden aber vom Fiesling Rothkirch (Armin Rohde) – seines Zeichens Trainer des ortsansässigen Vereins – nicht für gut genug befunden. So gründen sie eben ihren eigenen Verein „Die Teufelskicker“ und trainieren versessen, um am Pokalturnier teilzunehmen. Die Mannschaft steht, ein Trainingsplatz wurde auch flux organisiert, fehlt also nur noch der Trainer.

Mit einer kleinen List kitzelt Moritz schließlich Opa Rudis einst so großes Fußballinteresse heraus: Die Teufelskicker haben also endlich einen Coach, der allerdings manchmal zu recht außergewöhnlichen Methoden greift. Ob mit Erfolg oder nicht, wird an dieser Stelle nicht verraten…

Regisseur Granz Henman („Harte Jungs“), Ex-Lebensgefährte von Diana Amft, hat seine „Teufelskicker“ an die gleichnamige Buch- und Hörspielreihe von Frauke Nahrgang angelehnt und beweist mit der Wahl seiner Darsteller definitiv ein gutes Händchen. Benno Fürmann überzeugt in der Rolle des reuenden Ehemannes ebenso wie Diana Amft in ihrem Spagat zwischen verletzter Ehefrau und fürsorglicher Mutter, die für ihren Sohn nur das Beste will. Die Besetzung der Kids ist ebenfalls ein Volltreffer, allen voran natürlich Henry Horn in der Hauptrolle des Moritz. Auch vom zehnjährigen Kaan Aydogdu wird man sicher noch mehr sehen. Cosima Henman trotzt allen Zweiflern, die im Vorfeld befürchteten, sie habe die Rolle vielleicht nur bekommen, weil Papa Granz Regie führte: Die Kleine hat ganz schön was auf dem Kasten.

An witzigen Szenen mangelt es dem Film sowieso nicht: So muss man zum Beispiel immer wieder lachen, wenn Möchtegern-Manager Enes (Kaan Aydogdu) mit seinen altklugen Sprüchen daherkommt und die anderen Kids nur „Schnauze, Enes!“ rufen. Witzig wird es auch, als Moritz’ Mutter beim Finalspiel als Ersatz für Opa Rudi antreten muss und mit Anweisungen à la „Werft die Kohlen ins Feuer und grillt sie“ das Spielfeld mit ihrer Küche zu verwechseln scheint. Zum Schießen!

Wenn Nationalspieler Lukas Podolski (gemeinsam mit Philipp Lahm) in Moritz’ Tagträumen auftaucht und ihn grinsend zum richtigen Umgang mit dem Ball animiert, kann man sich ein Schmunzeln allerdings nicht verkneifen: Poldi, der nicht gerade für rhetorische Meisterleistungen bekannt ist, ist auch die Schauspielerei sicher nicht in die Wiege gelegt worden. Gerade die Kölner Fußballfans werden sich sicher freuen, dass Prinz Poldi sich für diesen Gastauftritt zur Verfügung gestellt hat. Nicht nur wegen solch hübscher Ideen kann Henmans Story punkten: hier stimmt die Mischung aus Witz und sportlichem Know-How. Dazu ist der Film ist eine Hommage an Teamgeist und Freundschaft. Also ein empfehlenswerter Spaß für die ganze Familie.

Von Maike Nagelschmitz

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