Detlev Buck: Deutsche Filmemacher können wegen des Budgets nicht mit US-Kollegen mithalten

Detlev Buck: Mit den USA können wir uns nicht messen
Detlev Buck © Cover Media

Detlev Buck (53) glaubt, dass deutsche Filmemacher mit den amerikanischen Kollegen in Sachen Finanzierung nicht mithalten können.

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"St. Pauli gegen Barcelona"

Mit 'Bibi & Tina: Mädchen gegen Jungs' brachte der Regisseur im Januar einen echten Kassenschlager in die Kinos. Beinahe ungewöhnlich für einen deutschen Kinderfilm, doch der Buck weiß genau, dass er auch davon profitiert, dass aus Hollywood gerade hauptsächlich animierte Filme kommen. "Im Moment machen die Amerikaner gerade nicht viele reale Sachen, sondern die bestselling 3D-animated movies, was ein Segen ist. Wenn die auch wieder was Reales machen, dann ist es schwer, weil deren Budgets einfach höher sind und man mit einem kleineren Budget gegen die gleiche Mannschaft antritt. Das ist, als ob St. Pauli gegen Barcelona spielt. So ist es eben. Das wird sich auch nicht ändern, weil die Budgets bei uns begrenzt sind", gab er sich im Interview mit der 'Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung' realistisch.

Die derzeit schwache Konkurrenz aus den USA sei aber nicht der einzige Grund für den Erfolg von 'Bibi & Tina', betonte der Filmemacher: "Ich glaube auch, dass Kinder und Jugendliche schon Interesse haben, Filme in ihrer Sprache zu sehen, weil das ja auch identitätsstiftend ist. Wichtig ist in diesem Fall auch, dass die Lieder in Deutsch gesungen werden und die Kinder mitsingen können. Das ist toll, weil es unsere Kultur und trotzdem gut gemacht ist."

In einem weiteren Kinderfilm hat Detlev Buck nun eine Rolle als Schauspieler übernommen. Am Donnerstag [28. April] startete 'Rico, Oskar und der Diebstahlstein' in den Kinos, darin spielt er den Vater von Oskar.

Wer aber denkt, dass man die jungen Kinogänger leichter beeindrucken kann, irrt gewaltig. "Kinder sind ganz radikal. Entweder es gefällt ihnen und man bekommt Zuspruch oder es gefällt ihnen nicht und du kannst einpacken", sagte er vor einiger Zeit dem 'Nordkurier'. "Dazwischen gibt es nichts. Das finde ich toll. Es kommt direkt vom Bauch, vom Gefühl und ist keine intellektuelle Veranstaltung, bei der erstmal analysiert wird, was der Filmemacher meint. Es geht um den Film selbst und der Regisseur tritt in den Hintergrund. Das finde ich gut."

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