Der unsexieste One-Night-Stand des Jahres: 'Last Night'

Der unsexieste One-Night-Stand des Jahres: 'Last Night'

Keira Knightley und Eva Mendes buhlen um Sam Worthington, seit 'Avatar' und 'Kampf der Titanen' der heißeste Newcomer Hollywoods, und dann funkt auch noch der schnuckelige Guillaume Canet dazwischen, Ex-Mann von Diane Kruger und jetzt der Mann an Marion Cotillards Seite. Kann es momentan eine heißere Besetzung für ein Erotikdrama geben? Leider jedoch sprühen in 'Last Night' nicht annähernd so die Funken, wie man sich das gewünscht hätte.

Dabei hört sich die Story durchaus viel versprechend an. Sam Worthington spielt den erfolgreichen Immobilienfuzzi Michael, der seine Joanna (hübsch unsicher und sehr knochig: Keira Knightley) jung geheiratet hat und jetzt mit ihr zu einer Firmenparty aufbricht. Hübsch wird die Fragilität der Beziehung eingeführt: 'Mach das nicht', rät er, als sie im Taxi noch Wimperntusche auflegt, 'du könntest ein Auge verlieren.' Ihr hingegen gehen die Augen über, als sie ihn auf der Party vertraut mit seiner rattenscharfen Kollegin Laura (natürlich Eva Mendes) schäkern sieht. Bei welcher Frau würden da nicht die Alarmglocken läuten?

Zurück daheim im schicken Loft macht Joanna Michael eine Szene – und damit alles schlimmer. Als sich dann noch herausstellt, dass Laura auch zu der Delegation gehört, mit der Michael am nächsten Tag auf Geschäftsreise nach Philadelphia aufbricht, zieht Joanna empört aufs Sofa. Und Michael fängt an, erst mal so richtig über seine aufreizende Kollegin nachzudenken.

Während Eva Mendes wie eine Sirene in einem Hotel-Pool in Philadelphia auf ihr Opfer wartet, streift Joanna einsam und verzweifelt durch die Straßen Manhattans und läuft dort ihrer alten Flamme Alex (Guillaume Canet) in die Arme. Werden die beiden Ehegatten die Treue wahren oder in die Falle der Verlockung tappen, wie werden sie am nächsten Tag auf 'Last Night' zurückblicken?

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Der unsexieste One-Night-Stand des Jahres: 'Last Night'

Ums kurz zu machen: Allzu viel passiert nicht in dieser Nacht, da wird manches Klischee plattgetreten, und mancher intimen Szene fehlt sowohl das Tempo als auch das erotische Prickeln. Da können die Schauspieler sich auch noch so Mühe geben, gegen das schlichte Drehbuch anzuspielen, die Figuren bleiben psychologisch flach und ein bisschen blutarm.

Keira Knightley hat noch den dankbarsten Part, leidet ihre leicht gehemmte Stadtneurotikerin doch an einer Schreibblockade und an mangelndem Selbstbewusstein, das die britische Aktrice gut porträtiert. Die Jungs sind schnell charakterisiert als Sunnyboy ohne Tiefgang (Sam Worthington, dem man nach all seinen Actionparts wirklich eine echte Charakterrolle gewünscht hätte) und intellektueller Träumer (Guillaume Canet, der auch schon bessere Figuren gespielt hat). Und Eva Mendes muss mal wieder als Sexbombe ihren kurvigen Hintern schwenken. Gähn!

Leider merkt man der US-Iranerin Massy Tadjedin deutlich an, dass sie erstmals eins ihrer Drehbücher selbst verfilmt. Das sieht zwar alles atmosphärisch und stylish aus, lässt aber eine sichere Regie-Hand vermissen. Und die Story trägt leider selbst nicht für die knappe Spielzeit von 93 Minuten. Zu wenig Konfliktpotenzial, und die Paarproblemchen werden auch noch ausführlich zerquasselt. Was im französischen Autorenkino bei Rohmer & Co prima funktioniert, lässt hier nur Langeweile aufkommen, weil die Dialoge Esprit vermissen lassen. Wenn dann noch der Sexappeal fehlt, hilft nur eins: Statt ins Kino lieber ab auf die Sylvesterparty und selbst für Knistern sorgen!

Von Mireilla Zirpins

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