Der tiefe Fall des Tennis-Stars Maria Scharapowa

Der tiefe Fall des Tennis-Stars Maria Scharapowa
Das könnte bitter werden: Maria Sharapowa drohen bis zu vier Jahre Spiel-Sperre © Landmark Media. pictures@lmkmedia.com. Tel:00 44 20 7033 3830/ImageCollect

Am Montag schockierte Tennis-Superstar Maria Sharapowa (28) die Sportwelt bei einer Pressekonferenz in Los Angeles mit einer Doping-Beichte, weil ihr nach den Australian Open im Januar die verbotene Substanz Meldonium nachgewiesen wurde: "Ich übernehme die volle Verantwortung", erklärte die Weltranglisten-Siebte. Scharapowa ist vorläufig nur suspendiert, aber ihr droht eine Sperre von bis zu vier Jahren und damit das Ende ihrer Laufbahn. Die Entscheidung steht noch aus und so hofft die fünfmalige Grand-Slam-Siegerin auf eine "zweite Chance". Die Diva formuliert es so: "Wenn ich einmal meine Karriere beende, dann nicht in solch einem Hotel, in Downtown Los Angeles, mit so einem hässlichen Teppich." Aber wie geht es weiter mit dem Golden Girl des Tennis?

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Nach positivem Dopingtest

Nike, Porsche und Tag Heuer ziehen sich zurück

Laut dem "Forbes Magazine" hat Scharapowa allein 2015 29,5 Millionen Dollar, also knapp 27 Millionen Euro verdient - 23 Millionen Dollar (etwa 21 Millionen Euro) davon nur mit Sponsorenverträgen. Aber nachdem die Bombe am Montag platzte, kündigten ihr innerhalb von zwei Tagen ihre größten Investoren Nike, Porsche und Tag Heuer die Zusammenarbeit auf. Der Kosmetikhersteller Avon hat bislang keine Stellung bezogen. Bei einem geschätzten Gesamtvermögen von 200 Millionen Dollar (etwa 182 Millionen Euro) muss sich die 28-jährige Russin zwar noch keine Gedanken um ihr Auskommen machen, aber sehr wohl um ihr Ansehen.


Konkurrentin Williams: "Sie war geradeheraus und mutig"

Wobei ihre Konkurrentin Serena Williams (34) bei einer Pressekonferenz in New York die Freiwilligkeit des Scharapowa-Geständnisses unterstrich: "Ich denke die meisten Leute waren glücklich, dass sie so geradeheraus, sehr ehrlich und mutig war", sagte die 21-fache Grand-Slam-Siegerin. Sie war die letzte, gegen die Scharapowa im Viertelfinale der Australian Open im Januar gespielt und verloren hat. Die Gewinnerin dieses Turniers, die deutsche Tennis-Hoffnung Angelique Kerber (28), äußerte sich laut "tennismagazin.de" zurückhaltend: "Ich bin wie alle anderen sehr überrascht über die Nachricht. Das habe ich nicht erwartet. Mehr kann und möchte ich dazu nicht sagen, weil ich die genauen Details nicht kenne".


Von unzuverlässigen Hausärzten und ungelesenen E-Mails

Doch wie in fast jedem Doping-Fall sind die Begründungen der Angeklagten Scharapowa fadenscheinig: Ihr Hausarzt habe ihr seit zehn Jahren das Medikament Mildronat verabreicht, dessen Wirkstoff Meldonium zur Behandlung von Herzproblemen oder Diabetes eingesetzt wird. Weil es bei Sportlern durch erhöhte Sauerstoffzufuhr zu Leistungssteigerungen führt, wurde es Anfang des Jahres 2016 von der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA auf die Liste der verbotenen Substanzen gesetzt. Die E-Mail mit den Neuerungen habe sie zwar bekommen, aber den Link zur besagten Liste nicht geöffnet, erklärte Scharapowa. Ob die ITF, die International Tennis Federation, das als Entschuldigung gelten lässt, wird sich noch zeigen.


Wie erging es anderen Doping-Fällen im Tennis?

In manch anderem hochkarätigen Tennis-Doping-Skandal wurde das Urteil der ITF vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS angefochten: Der Tennis-Profi Marin Cilic (27) zum Beispiel, wurde 2013 positiv auf das Stimulans Nikethamid getestet und behauptete, er habe zuviel Traubenzucker gegessen. Es fehlten Beweise und das Gericht reduzierte seine ITF-Sperre von neun auf vier Monate - Cilic gewann 2014 die US Open. Beim Tennis-Champ Richard Gasquet (28) wurde 2009 Kokain im Blut gefunden und die ITF verhängte eine einjährige Sperre. Doch auch er trug seinen Fall vor den CAS und behauptete, er habe die Substanz versehentlich verschluckt, als er eine Frau küsste. Die Sperre reduzierte sich auf knapp zwei Monate. Mit Blick auf diese Fälle hätte Scharapowa gute Chancen auf ein Comeback.



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