Der steinige Weg von Robert Downey jr.

Der steinige Weg von Robert Downey jr.
Robert Downey jr. ist derzeit der bestbezahlte Schauspieler Hollywwods © Evan Agostini /Invision/AP

Das Leben und Wirken von Robert Downey jr. als Berg- und Talfahrt zu bezeichnen wäre eine Untertreibung. Denn der Schauspieler kennt sich ganz unten gut aus, tief im Drogensumpf, in dem er lange Zeit zu versinken drohte. Doch er besann sich, schlüpfte in Raketenschuhe und zog sich Baron Münchhausen gleich am eigenen Schopf aus dem Morast. Seither saust er als "Iron Man" hoch oben durch die Lüfte, ist ein Vorbild für Millionen Menschen. Anlässlich Downeys 50. Geburtstags am 4. April soll noch einmal sein beispielloser Weg vom Junkie zum bestbezahlten Schauspieler Hollywoods beschritten werden.

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Zum 50. Geburtstag

In die Abhängigkeit hineingeboren

Zwei Dinge wurden Downey jr. von seinem Vater schon als kleines Kind in die Wiege gelegt: die Begeisterung für die Filmindustrie und die Drogensucht. Denn er wuchs in einem mehr als unkonventionellen Elternhaus inmitten der New Yorker Filmszene auf, in der sein Vater als Underground-Regisseur arbeitete. So ergatterte er bereits als Fünfjähriger seine erste Rolle in einem Streifen seines Papas, nur ein Jahr später kam es zu einem ungleich tragischeren Debüt: Mit der Erlaubnis seiner Eltern soll er sich mit sechs Jahren den ersten Joint angezündet haben.


Es war die einzige Möglichkeit, seinem Vater nahe zu kommen, erklärte Downey jr. später in einem Interview von 1988 zu dem Buch "The New Breed", in dem es um die aufstrebenden Nachwuchsstars der damaligen Zeit ging. "Es war immer eine Menge Gras und Kokain da. "Wenn ich und mein Vater zusammen Drogen nahmen, dann war das, als ob er damit seine Liebe zu mir ausdrückte - auf die einzige Art, die er kannte."


Gefährliches Method-Acting

Bezeichnend, dass er ausgerechnet mit der Rolle eines drogenabhängigen, verzogenen jungen Mannes berühmt wurde. In der Verfilmung von Bret Easton Ellis' Roman "Unter Null" mimte Downey jr. quasi sich selbst. Zu "The Guardian" sagte er: "Bis zu diesem Film nahm ich meine Drogen nach der Arbeit und am Wochenende. Ich kam zwar vielleicht verkatert ans Set, aber auch nicht mehr als die Stuntmänner. Das änderte sich mit ,Unter Null'. Ich spielte diesen schwulen Junkie und für mich war es wie der Weihnachtsgeist der Zukunft. Die Rolle war eine Übertreibung von mir. Dann änderten sich die Dinge und ich wurde eine Übertreibung der Rolle."


Doch noch schien er den Drahtseilakt zu meistern, erntete für seine Darbietung als Charlie Chaplin im gleichnamigen Film gar eine Oscar-Nominierung. 2000 wurde er fester Bestandteil der Comedy-Serie Ally McBeal, für die er einen Golden Globe gewann und gleichzeitig sein Gesangstalent unter Beweis stellen durfte. Doch seine Vergangenheit holte ihn ein. Zunehmende Konflikte mit dem Gesetz und diverse Festnahmen veranlassten die Serien-Produzenten, Downey jr. vor die Tür zu setzen.


Entzug und Comeback

Etliche Entzugstherapien waren nötig, ehe Downey jr. wieder einen Fuß in die Tür des Film-Business bekam - und sie schier aus den Angeln hob. 2008 ergatterte er eine Rolle, die er wohl selbst nicht für möglich gehalten hatte: als Superheld "Iron Man". Ließ er sich dabei mehr als glücklich über das Angebot mit angeblichen 500.000 Dollar Gage abspeisen, waren es beim zweiten Teil schon 10 Millionen. Die Krönung: Kolportierte 50 Millionen Dollar für seine Rolle als Superheld in Marvels "The Avengers". Innerhalb von nur vier Jahren war Downey jr. vom Sorgenfall zu Hollywoods Bestverdiener geworden. Chapeau und herzlichen Glückwunsch!

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