"Der Spatz von Paris": Zum 100. Geburtstag von Edith Piaf

"Der Spatz von Paris": Zum 100. Geburtstag von Edith Piaf
Edith Piaf wäre am 19. Dezember 100 Jahre alt geworden © ddp images

"Non, je ne regrette rien" - Edith Piafs Lieder scheinen die Tragödien ihres Leben widerzuspiegeln und doch verkündete die französische Chansonette am 30. Dezember 1960, von Krankheit und Leid gezeichnet, im Pariser Olympia "Nein, ich bedaure nichts". Am Samstag wäre der "Spatz von Paris" 100 Jahre alt geworden.

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"Ich bereue nichts"

Edith Piaf wird am 19. Dezember 1915 als Edith Giovanna Gassion in Paris geboren. Bereits um ihre Geburt rankt sich eine Legende: Während sich das Gerücht hartnäckig hält, die Tochter einer Kaffeehaus-Sängerin und eines Akrobaten habe auf den Treppenstufen ihres Wohnhauses im Pariser Arbeiterviertel Belleville das Licht der Welt erblickt, erscheint die zweite Geschichte doch glaubhafter. Laut dem Klinikprotokoll des Pariser Krankenhauses Hopital Tenon soll die kleine Edith dort wie jeder andere im Beisein von Ärzten und Krankenschwestern geboren worden sein.

Doch ihre Mutter interessiert sich mehr für ihre Karriere, als für ihre kleine Tochter und übergibt Edith ihrer Großmutter. Als Ediths Vater nach seiner Rückkehr aus dem Krieg bemerkt, dass das Kind bei seiner Schwiegermutter mehr und mehr verwahrlost, wandert Edith weiter zur Großmutter väterlicherseits. Diese betreibt zwar ein sicherlich kinderunfreundliches Bordell, doch im Rotlichtmilieu scheint es Edith besser zu gehen. Bilder von damals zeigen ein gepflegtes, pausbackiges Mädchen.

 

"Von der Straße ins Kabarett"

 

Wäre da nicht der Vater. Mit 15 läuft sie dem alkoholkranken und gewalttätigen Vater davon, um sich allein durchzuschlagen. Wenig später wird sie singend auf der Straße von Louis Leplée (1883-1936), dem Direktor eines Kabaretts, entdeckt. Leplée ist es auch, der aus Edith Gassion Edith Piaf macht. Ihren ersten Auftritt kündigt er mit "Von der Straße ins Kabarett, der Spatz (franz. piaf) von Paris" an. Mit Chansons und Balladen wie "La vie en rose" oder "Milord" begeistert sie erst in Paris, später auch in New York und der ganzen Welt.

 

Die privaten Dramen

 

Doch obwohl es in Piafs Karriere stetig bergauf geht, bleibt die private Tragödie ebenfalls ihr Begleiter. "Stets ist die Liebe vor mir geflohen. Nie konnte ich den, den ich liebte, lang in den Armen halten", sagte die Sängerin einmal. Mit 17 wird Piaf von ihrem Geliebtem Louis Dupont schwanger und bringt am 11. Februar 1933 ihr einziges Kind, Marcelle, zur Welt. Doch das kleine Mädchen stirbt im Alter von zwei Jahren an einer Hirnhautentzündung. Ein Schicksalsschlag, der Piaf zeitlebens verfolgen wird. Mit Alkohol und Morphium versucht sie, ihren Schmerz über den Verlust zu betäuben.

In der Liebe hat die Chansonette ebenfalls kein Glück. Beziehungen kommen und gehen und der Mann, den sie als ihre große Liebe bezeichnet, wird ihr wie die Tochter durch den Tod entrissen: Boxweltmeister Marcel Cerdan (1916-1949) kommt im Oktober 1949 bei einem Flugzeugabsturz in den Azoren ums Leben. Erst kurz vor ihrem Tod begegnet Piaf nochmal der großen Liebe. 1962 heiratet sie den 20 Jahre jüngeren Théo Sarapo (1936-1970) und sorgt damit gleichzeitig für den letzten großen Skandal ihres Lebens.

 

Das Geheimnis ihres Todes

 

Wie um Piafs Geburt rankt sich auch um ihren Tod ein Geheimnis. Im August 1963 verbringt die bereits schwer kranke Piaf ihre letzten Tage an einem abgelegenen Ort außerhalb von Paris. Am 10. Oktober 1963 stirbt die Sängerin mit nur 47 Jahren im Beisein ihrer Sekretärin - ihr Ehemann befindet sich zu dem Zeitpunkt auf Tournee. Als er eintrifft, beschließt man, über Piafs Tod Stillschweigen zu bewahren und den Leichnam in einer Nacht- und Nebelaktion nach Paris zu bringen.

"Sie musste einfach in Paris sterben. Für sie gab es keine andere Möglichkeit. Sie hätte es mit Sicherheit so gewollt", wird ihre Sekretärin Danielle Bonel (1919-2012) später sagen. Offiziell für Tod erklärt, wird Piaf am 11. Oktober 1963 um acht Uhr morgens - Sterbeort: Paris.

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