'Der Mandant'

4,5 von 5 Punkten

Von Kirsten Hahn

Nach einigen weniger erfolgreichen Rollen in Komödien wie 'Der Womanizer - Die Nacht der Ex-Freundinnen’ und einer zweijährigen Pause, überzeugt Matthew McConaughey in dem Thriller 'Der Mandant’ in der Rolle des gerissenen, coolen Anwalts Mick Haller. Der Mime, der selbst ursprünglich Jura studieren wollte, verkörperte bereits1996 in der Grisham-Verfilmung 'Die Jury’ erfolgreich einen Strafverteidiger und gelangte so zum Durchbruch. Anwälte scheinen ihm wesentlich besser zu liegen, als Schürzenjäger in zweitklassigen Komödien.

Die Rolle des Mick Haller in 'Der Mandant’ unterscheidet sich jedoch um einiges von der des aufrichtigen Jake Brigance aus 'Die Jury’. Mick Haller ist ein vielbeschäftigter, erfolgreicher, wenngleich nicht wohlhabender Anwalt in L.A. Seinen Lebensunterhalt verdient er sich vor allem durch die Verteidigung von Drogenabhängigen, Gangmitgliedern und anderen zwielichtigen Gestalten. Da er in der Riesenstadt L.A. sowieso immer unterwegs ist, hat Heller kein eigenes Büro, sondern lässt sich in einer Lincoln-Limousine herum chauffieren - seine Geschäfte erledigt er vom Rücksitz aus. Schlau und zumeist auch recht skrupellos nutzt er jede Gesetzeslücke aus und erlaubt sich größtmögliche Freiheit bei der Auslegung des Rechts.

Als ein wohlhabender Mandant, Louis Roulet (Ryan Phillippe) dem Vergewaltigung und Körperverletzung vorgeworfen werden, seine Dienste in Anspruch nimmt, glaubt Haller das große Los gezogen zu haben. Zuerst scheint er sogar Beweise für die Unschuld seines Mandanten gefunden zu haben, doch bald kommen ihm erste Zweifel. Er stellt mit Hilfe seines Freundes und Ermittlers Frank Levin (William H. Macy) Nachforschungen an, die ihn, seine Familie und seine Freunde in Lebensgefahr bringen. Um seine Lieben zu schützen und zugleich der Gerechtigkeit zum Sieg zu verhelfen, sind Hallers gesamte Gerissenheit und sein ganzer Mut gefragt.

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Psycho-Duell zwischen Matthew McConaughey und Ryan Phillippe

Der Film überzeugt durch eine spannende Inszenierung, die sehr nah an der ohnehin starken Romanvorlage von Michael Connelly angelehnt ist. Regisseur Brad Furman ('The Take - Rache ist das Einzige, was zählt’ 2007) hat einen klassischen Thriller geschaffen, der den Zuschauer dank der beeindruckenden Darsteller und der spannenden Story schnell in seinen Bann zieht. Matthew McConaughey scheint die Rolle des charmanten, gelegentlich etwas halbseidenen Anwalts Mick Haller, der durch diesen Fall an seine Grenzen kommt, auf den Leib geschrieben zu sein. Ob als geschickter Strippenzieher, als liebender Vater seiner kleinen Tochter, als geschiedener Ehemann, der immer noch starke Gefühle für seine Exfrau (Marisa Tomei) hat, oder als verzweifelter Mann, der bereit ist für die Gerechtigkeit ans Äußerste zu gehen: McConaughey überzeugt in allen Facetten seiner Figur. Auch Ryan Phillippe, der den gefährlichen, undurchschaubaren und gewalttätigen Louis Roulet darstellt, bietet eine starke Vorstellung. Den Bösewicht, der Frauen benutzt und versucht mit Hilfe seines Geldes und Gewalt der gerechten Strafe zu entgehen, spielt er diabolisch überzeugend. Besonders das Zusammenspiel der beiden Kontrahenten McConaughey und Phillippe ist überaus fesselnd inszeniert und gespielt - die beiden liefern sich ein Psycho-Duell nach dem anderen.

Neben zwei sehr starken Hauptdarstellern sind aber auch die Nebenrollen hochkarätig besetzt - ob William H.Macy als Ermittler Frank Levin, Marisa Tomei als Hallers Ex-Frau oder John Leguizamo in der Rolle eines Kautionsvermittlers - sie alle tragen dazu bei 'Der Mandant’ zu einem spannenden, dichten Thriller über Recht, Gerechtigkeit und Gewissen zu machen. Auch die Kamerarbeit (Lukas Ettlin) unterstreicht gekonnt die dichte Atmosphäre des Films und porträtiert ein L.A., das zugleich glamourös, als auch dreckig und gefährlich ist. Für Fans spannender Gerichtsfilme und Thriller ist dieser Film mit Sicherheit ein Genuss.

4 bis 4,5 Sternchen

(Bildquelle: Universum)

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