Der kurze Blick auf die Welt: Kurzfilmtage in Oberhausen

Internationale Kurzfilmtage Oberhausen
Die 62. Internationalen Kurzfilmtage kündigen sich an. Foto: Roland Weihrauch © DPA

Faszinierend schön sieht sie in dem Kurzfilm aus, die verminte, demilitarisierte Zone zwischen den beiden Koreas.

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Obwohl nur animiert, verfehlen die Bilder von einer der am stärksten bewachten Grenze der Welt ihre Wirkung nicht: Ein ehemaliger Soldat nimmt den Zuschauer mit auf eine nächtliche Patrouillenfahrt vor etlichen Jahren, die ihn fast das Leben gekostet hätte. "Wir konnten den Feind jeden Moment treffen", erzählt Kim aus dem Off.

Die in Paris lebende Südkoreanerin Hayoun Kwon hat den Bericht mit einem Elfminüter illustriert. Bei den Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen in Nordrhein-Westfalen ist "489 years" vom kommenden Donnerstag an im Internationalen Wettbewerb zu sehen.

Wer bis zum 10. Mai alle Filme des Traditionsfestivals sehen will, hat gut zu tun. Die 62. Auflage zeigt das größte Programm der Festivalgeschichte: Mehr als 550 Filme aus 55 Ländern kommen auf die Leinwände - vom Einminüter bis zum 48-Minuten-Werk.

Im internationalen Wettbewerb geht es mitunter sehr politisch zu. Der russische Beitrag "Hubris" etwa zeigt die Gesichter der Delegierten beim Parteitag der Putin-Partei Einiges Russland 2009. Wenig begeistert, fast gelangweilt schauen sie mitunter drein, einer gähnt, einer kaut Kaugummi.

Das Themenprogramm hingegen fokussiert auf Kurzfilme aus Lateinamerika. Unter dem Titel "El pueblo" (Das Volk) sind rund 50 neuere Arbeiten aus knapp 15 Ländern zu sehen. Die Filme zeigen ein breites Spektrum und nehmen dabei auch Alltagsprobleme ins Kameraauge - wie etwa die Parkplatznot in São Paulo. Auch die fürchterliche Gewalt der vergangenen Jahrzehnte ist Thema: "Raccaya Umasi" handelt vom Massaker des Militärs in Peru an Bewohnern des Dorfes Raccaya im Jahr 1983.


dpa
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