Demütigung für Cristina von Spanien: König Felipe entzieht ihr den Adelstitel

Cristina von Spanien ist das Lächeln vergangen
Ist jetzt keine Herzogin von Mallorca mehr: Cristina von Spanien © Getty Images, David Ramos

König Felipe knallhart

Es ist ein Schlag ins Gesicht für Cristina von Spanien: Die Infantin darf sich nicht länger Herzogin von Palma de Mallorca nennen. Ihr Bruder König Felipe hat der Infantin den Titel aberkannt. Das teilte der spanische Königspalast mit. Der Titel war ihr 1997 zu ihrer Hochzeit von ihrem Vater und damaligen König Juan Carlos verliehen worden.

Es ist der bittere Niedergang eines der ehemals beliebtesten Mitglieder des spanischen Königshauses. Einst war sie wegen ihrer freundlichen und natürlichen Art als die "Infantin mit dem Lächeln" bekannt gewesen. Doch das ist ihr längst vergangen: Kurz vor ihrem 50. Geburtstag ist Cristina von Spanien das schwarze Schaf der ohnehin schon skandalgeplagten königlichen Familie und kann sich kaum noch in der Öffentlichkeit sehen lassen.

Grund dafür ist eine Finanzaffäre um ihren Ehemann Iñaki Urdangarin: Der ehemalige Handball-Nationalspieler soll zusammen mit seinem Geschäftspartner sechs Millionen Spendengelder für die Wohltätigkeitsorganisation Nóos veruntreut haben, dessen Vorsitzender er war. Cristina war Mitglied im Vorstand, bestreitet aber, von den mutmaßlichen Machenschaften gewusst zu haben. Stattdessen erzählte sie dem Richter, in finanziellen Dingen vollkommen ihrem Mann vertraut und nur ihren Namen für den Vorstandsposten hergegeben zu haben.

Das sieht die spanische Justiz anders: Cristina soll Urdangarin geholfen haben, das Finanzamt zu betrügen und ist wegen Beihilfe zum Steuerbetrug in zwei Fällen angeklagt. Den Hauptvorwurf der Geldwäsche hatte der Ermittlungsrichter José Castro im vergangenen November fallen gelassen. Doch das ändert nichts an der Tatsache, dass die Infantin das erste Mitglied des spanischen Königshauses ist, das vor Gericht erscheinen muss – ein unglaublicher Gesichtsverlust, der jetzt darin endet, dass ihr auch noch der Titel der Herzogin aberkannt wird. Und nicht nur ihr: Auch ihr Ehemann ist seinen Titel Herzog von Palma de Mallorca los.

Eine offizielle Begründung für die Entscheidung gibt es bislang nicht. Es ist aber davon auszugehen, dass Felipe sich zu dem Schritt durchgerungen hat, um zu verhindern, dass der Skandal das mühsam wiederhergerichtete Ansehen des Königshauses erneut ankratzt. Zuvor hatte er bereits veranlasst, dass seine Schwester und ihr Mann offiziell nicht mehr dem Königshaus angehören und keine öffentlichen Termine wahrnehmen.

Viele Spanier hätten es gerne gesehen, wenn die Infantin, die auf dem sechsten Rang der Thronfolge steht, auf ihre Thronrechte verzichtet hätte. Das Königshaus erklärte, dies sei eine persönliche Entscheidung Cristinas. Ein solcher Verzicht wäre symbolischer Natur und hätte kaum praktische Konsequenzen. Die Infantin scheut jedoch davor zurück. In Medienberichten hieß es, sie befürchte, dass ein Verzicht ihr als ein Schuldeingeständnis ausgelegt würde.

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