David Kross in 'Boy 7': Sci-Fi-Thriller made in Germany

David Kross in 'Boy 7': Sci-Fi-Thriller made in Germany
Sam (David Kross) erwacht in einem U-Bahn-Tunnel und erinnert sich an nichts.

Science-Fiction aus deutscher Schmiede - das klingt nach einem ambitionierten Projekt. Vielleicht sogar zu ambitioniert? Tatsächlich überzeugt die Jugendroman-Verfilmung ‘Boy 7’ mit einer gewissen Portion Spannung und einer guten Besetzung. Trotzdem will Regisseur Özgür Yildirim an der einen oder anderen Stelle das entscheidende Bisschen zu viel.

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Von Lara Schwarzkamp

Alles beginnt gehüllt in tiefes Schwarz. Sam (David Kross) erwacht in einem U-Bahn-Tunnel und erinnert sich an nichts. Schon die Anfangssequenz, in der der Zuschauer genauso im Dunkeln tappt wie der Protagonist, verspricht eine spannende Story. Sams einzige Spur führt zu einem Tagebuch, das fortan die Gedächtnisstütze wird, mithilfe derer seine Geschichte in Rückblenden aufgerollt wird. Es beginnt ein Rätselraten, das stets von einem unguten “Vertraue niemandem”-Gefühl begleitet wird.

Weil er die Abiturnoten seiner Mitschülerin fälscht, wird Sam in ein Resozialisationsprogramm gesteckt. Dahinter steckt ein Hochsicherheitsinternat, auf dem die Talente der Jugendlichen gefördert und sie wieder auf den rechten Weg gebracht werden sollen. Doch es dauert nicht lang, bis Sam merkt, dass die ‚Kooperative X‘ ganz andere Ziele verfolgt.

David Kross überzeugt in seiner Rolle

David Kross in 'Boy 7': Sci-Fi-Thriller made in Germany
Wem kann Sam (David Kross) wirklich vertrauen?

Das ganze inszeniert Özgür Yildirim dank einer oft gelungenen Kameraführung und schnellen Schnitten mit jeder Menge Dynamik. Das hilft dem Zuschauer, großzügig über den einen oder anderen Logikfehler hinwegzusehen und trotz einiger Vorhersehbarkeiten, am Ball zu bleiben.

Dazu gesellen sich Schauspieler wie der Hollywood-erprobte David Kross, die hübsche Emilia Schüle oder Film-Unsympath Jens Harzer, die in ihren Rollen allesamt überzeugen. Einzig Komiker Buddy Ogün, der eventuell sowas ähnliches wie eine ernstzunehmende Filmrolle hat, bringt den Zuschauer eher unfreiwillig zum Lachen.

Schade nur, dass sich Yildirim bei dem Versuch, einen Sci-Fi-Thriller zu stemmen, viel zu oft Klischees bedient und versucht, sich mit amerikanischen Größen zu messen. Immer wieder erinnern Szenen an bereits Bekanntes – sei es ‚Die Insel‘ oder etwa ‚Die Tribute von Panem‘ – nur eben mit schmalerem Budget.

Am Ende bleibt ‚Boy7‘ dennoch ein gut besetzter, spannender Thriller, der sich hier und da einfach viel zu sehr bemüht.

Kinostart: 20. August 2015

Genre: Sc-Fi-Thriller

Originaltitel: Boy 7

Filmlänge: 104 Minuten

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