'Das wundersame Leben von Timothy Green'-Filmkritik: Jennifer Garner und der magische Sohn

Die Greens und ihr magischer Sohn Timothy

Bildquelle: Walt Disney Germany

3 von 5 Punkten

Ein unerfüllter Kinderwunsch, ein Glas Wein zu viel und dann spielt die Natur Jennifer Garner ('Daredevil', '30 über Nacht') und Joel Edgerton ('Der große Gatsby') plötzlich einen Streich. Oder ist es vielleicht ein Geschenk: In 'Das wundersame Leben von Timothy Green' verhilft Regisseur Peter Hedges ('About a Boy') seinen Hauptdarstellern nämlich zu unverhofftem Elternglück - auf Zeit.

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Cindy Green (Jennifer Garner) und ihr Ehemann Jim (Joel Edgerton) sind verzweifelt. Sie leben in einer ruhigen Kleinstadt auf dem Land und wünschen sich schon seit längerem nichts sehnlicher als Nachwuchs. Als sie dann die Gewissheit bekommen, dass sie nie eigene Kinder haben werden, sind sie am Boden zerstört und stellen sich bei einer Flasche Wein zum letzten Mal vor, wie ihr Traum-Sohn wohl sein würde. Dann vergraben sie ihre Hoffnungen gemeinsam mit einer kleinen Holzkiste, in der auf kleinen Zetteln die Wunsch-Eigenschaften ihres Sohnes stehen, im Garten. Mitten in der Nacht taucht dann auf einmal der junge Timothy (Cameron 'CJ' Adams) bei ihnen auf. Cindy und Jim könnten nicht glücklicher sein, denn Timothy ist genau das Kind, das sie sich immer gewünscht haben. Mit einer Ausnahme: Aus seinen Waden wachsen Blätter. Was es damit auf sich hat, möchte Timothy seinen neuen Eltern zunächst nicht verraten, aber das Familienglück wird nicht auf Dauer sein ...

Jennifer Garner, Cameron 'CJ' Adams, Joel Edgerton Die Greens (Jennifer Garner und Joel Edgerton) mit ihrem magischen Sohn Timothy (Cameron 'CJ' Adams).

Träumer ja, Realisten nein!

Mit 'Das wundersame Leben von Timothy Green' geht Regisseur Peter Hedges alles andere als den direkten Weg. Nicht nur, dass die Geschichte verschachtelt erzählt wird, auch sind Timothys plötzliches Auftauchen und die Geheimnisse, die ihn umgeben viel zu realitätsfern - zumindest auf den ersten Blick. Denn obwohl die Handlung durchaus vorhersehbar ist und der Film nur wenig Spannung erzeugt, wird der Zuschauer hin und wieder zum Nachdenken angeregt. Auf eine ungewöhnliche und sehr subtile Weise schafft es Hedges nämlich, die spezielle Geschichte von Cindy und Jim Green und ihrem Überraschungssohn Timothy auch auf allgemeine Themen zu übertragen. Auf Erfahrungen, die fast jeder schon einmal gemacht hat. Dabei sind die Blätter ein zentrales Bild des Films. Durch sie wird das Magische und Unmögliche erst möglich. Zwar bleiben für die Zuschauer am Ende einige Fragen offen, aber es würde wohl auch Hedges Absicht des Films widersprechen, würde er die Antworten auf dem Silbertablett präsentieren. So bleiben sie der Phantasie der Kinobesucher überlassen.

Liebhaber des Action-Genres, die mit Filmen wie 'About A Boy' auch schon ihre Schwierigkeiten hatten, sollten von 'Das wundersame Leben des Timothy Green' lieber die Finger lassen. Auch Menschen, die sich selbst noch sehnlichst ein Kind wünschen, sollten von einem Kino-Besuch vielleicht lieber Abstand nehmen. Zu stark wäre dabei sonst die Identifikation. Peter Hedges 'Dramödie' ist definitiv eher ein Film für Träumer und diejenigen, die sich gerne in Fragen verlieren ohne die Antworten zu kennen.

Von Alexandra Hinske

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