"Das Talent des Genesis Potini": Wenn Underdogs Schach spielen

"Das Talent des Genesis Potini": Wenn Underdogs Schach spielen
Genesis Potini (Cliff Curtis, Mitte) will Kindern das Schachspiel beibringen © Koch Media

Motivationstrainer predigen heutzutage, dass man im Leben ein Ziel brauche, eine Aufgabe und stets positiv denken solle. Eine Weisheit, die auch für Genesis Potini (1963-2011) zählte. Der ehemalige Schach-Champion war seit seiner Jugend psychisch krank - nur das Schachspiel hielt ihn "gesund". Im Alter von 47 Jahren starb er. Seit 16. Juni ist sein Vermächtnis in den deutschen Kinos zu sehen.

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Seit 16. Juni im Kino

Die Schicht der Vernachlässigten

Genesis Potini (Cliff Curtis) leidet an einer bipolaren Störung, ist manisch-depressiv und verbringt die meiste Zeit seines Lebens in einer Psychiatrie. Nach seiner Entlassung findet er bei seinem kriminellen Bruder Ariki (Wayne Kapi) Unterschlupf. Allerdings kommt es aufgrund dessen krimineller Biker-Gang und Genesis' Stimmungsschwankungen oftmals zu Auseinandersetzungen. Auch sein Neffe Mana (James Rolleston) bereitet ihm Sorgen. Er soll gegen seinen Willen in die Biker-Gang eingeführt werden.


Ablenkung findet er im Schachspiel - und Potini hat weltmeisterliche Fähigkeiten. Im örtlichen Schachclub lernt er die jugendlichen Spieler kennen und beschließt, die unterprivilegierten Kinder zu trainieren. Das Ziel: Das Finale der Junioren-Meisterschaften in Auckland. Ob Genesis und sein Team die vielen Hürden bis dahin meistern werden?


Eine neuseeländische Perle

Regisseur James Napier Robertson zeigt in "Das Talent des Genesis Potini" die raue Seite von Underdogs in der Gesellschaft. Der Streifen gewann bereits viele Preise, überzeugte an den Kinokassen und wurde als einer der besten neuseeländischen Filme aller Zeiten gefeiert. Eindringlich und realistisch skizziert Robertson das teils trostlose Leben der Maori, der Ureinwohner Neuseelands, und zugleich die Zerrissenheit, mit der die sozial Schwachen zu kämpfen haben. Es ist ein unaufgeregter Film, ein ehrlicher Film.


Cliff Curtis, den viele aus der Horror-Serie "Fear the Walking Dead" kennen dürften, überzeugt durch seine einfühlsame Spielweise. Er schafft es, die innerliche Hilflosigkeit Potinis und dessen Willen, den Jugendlichen Selbstwertgefühl zu vermitteln, miteinander zu vereinen. Man leidet und fiebert mit. Vor allem auch mit den toll gecasteten Jungdarstellern. Ein Film, der ohne Special-Effects und großes Budget auskommt. Eine wahre Perle.



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