Das sind die elf größten TV-Flops

Das sind die elf größten TV-Flops
Nichts als Trübsal: Thomas Gottschalk hatte 2012 mit "Gottschalk live!" einen veritablen Flop gelandet © ddp images

Kann es eigentlich so schwer sein, erfolgreiche Fernsehsendungen zu produzieren? Die Antwort muss ganz offensichtlich "ja" lauten. Denn das peinliche vorzeitige Aus für "Newtopia" ist nur die Spitze des Eisbergs, wenn es um deutsche TV-Flops geht. Mit praktisch jedem "todsicheren Konzept" sind ProSieben, RTL, das Erste und ZDF schon einmal gescheitert: Mit Castingshows und Apps, gedemütigten C-Promis und Talk - und sogar mit Thomas Gottschalk als großem Einschaltargument... Es folgt: Das Gruselkabinett der elf größten TV-Flops der vergangenen Jahre.

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Abgesetzt und vergessen

 

#11: "Catch The Millionaire"

 

Es geht um junge Frauen, Geld und, nun ja, "Liebe": Mit "Catch The Millionaire" brachte ProSieben eine Art "Bachelor" ohne Rosen, dafür mit Fake-Millionären auf die TV-Bühne. Der Flop kam auf Raten. Die erste Staffel lief noch recht passabel. Die zweite wollte das Publikum von Anfang an nicht mehr sehen. Nach der zweiten Folge wanderte "Catch The Millionaire" ins Spätprogramm von Sixx. Und schlummert jetzt auf dem Friedhof des TV-Vergessens.

 

#10: "Wild Girls - Auf High Heels durch Afrika"

 

Alles was RTL für einen Quoten-Erfolg braucht, sind trashige C-Promis und tropisches Klima? Falsch. Im Sommerloch 2013 sandte der Sender eine rückblickend gar nicht mal so unglaublich langweilige Mixtur junger Damen nach Namibia, um sich dort vor der Kamera zu zoffen und zu blamieren. Mit Conchita Wurst (26, "You Are Unstoppable"), Sara Kulka (25) und Sarah Knappik (28) waren immerhin eine spätere ESC-Gewinnerin und zwei Dschungelcamp-Protagonistinnen dabei. Half aber nichts. Doppelfolgen erlaubten RTL dann, das mäßig erfolgreiche Spektakel etwas früher aus dem Programm zu nehmen.

 

#9: "Reality Queens auf Safari"

 

Kurios nimmt sich da die Story von ProSiebens "Reality Queens auf Safari" aus. Die Show brachte noch obskurere Kandidatinnen an den Start - und startete genau einen Tag nach dem heiß ersehnten Ende von "Wild Girls". Der Marktanteil fiel mit 4,5 Prozent noch niedriger aus, als bei RTL. ProSieben verkürzte die Show von fünf auf drei Folgen. Da war die prominenteste Teilnehmerin ohnehin schon weg: Micaela Schäfer (31, "Lieber nackt als gar keine Masche") floh tatsächlich freiwillig vor auf sie gerichteten Fernsehkameras... ein Novum!

 

#8: "inka!"

 

Auch mit Talkshows scheitern Sender heutzutage noch - obwohl das Genre mit der Jahrtausendwende ohnehin ausgestorben schien. Trotzdem glaubte das ZDF an einen Quotenkracher, als es "Bauer sucht Frau"-Spezialistin Inka Bause (46) für eine frühabendliche Laberrunde engagierte. Nichts war's: Am 2. September 2013 lief die erste Ausgabe, fünf Tage später musste das ZDF angesichts mieser Quoten erste Treue-Bekundungen aussprechen. Mitte Oktober nahm der Sender die dann wieder zurück. "inka!" blieb eine Eintagsfliege.

 

#7: "Was wäre wenn?"

 

Wenn Trash nicht funktioniert - vielleicht will das Publikum dann eigentlich auch auf den Privatsendern anspruchsvoll-abseitigen Humor? Die Antwort ist ein klares "Nein". ZDF-Satire-Shootingstar Jan Böhmermann (34), Palina Rojinski (30), Katrin Bauerfeind (33, "Mir fehlt ein Tag zwischen Sonntag und Montag") und Jan Köppen (32) brachten sich 2014 in "Was, wäre wenn?" im RTL-Abendprogramm in haarsträubende Situationen. Und den Sender offenbar gleich mit: Nach drei Folgen war für das ambitionierte Projekt schon wieder Schluss.

 

#6: "Fashion Hero"

 

"Germany's Next Topmodel" läuft doch schon lange gut - da war es für ProSieben nur naheliegend, noch ein bisschen mehr Mode-Glamour ins Programm zu nehmen. In "Fashion Hero" sollten unter Claudia Schiffers (44) Mithilfe Designtalente ihre Fummel an große Labels bringen. Was der Fashion-Markt im TV eigentlich bezweckte, verstanden aber weder die Kritiker, noch das Publikum. Der Marktanteil versumpfte bei gut drei Prozent - und die Sendung bald ganz unglamourös im Nachtprogramm.

 

#5: "Rising Star"

 

Ein Flop kommt selten allein. Statt Wüstenmädels zeigte RTL im Sommer 2014 eine Castingshow mit App-Unterstützung. Und das Jahre nach der Blüte des Castinghypes und nachdem Shows wie "Quizduell" das große Pleitepotenzial von App-Versuchen gezeigt hatten... "Rising Star" funktionierte technisch, aber fiel bei den Zuschauern durch. 2,25 Millionen sahen die erste Show, bei der vorletzten waren es noch 1,11 Millionen - für RTL-Verhältnisse verheerend. "Rising Star", als Durchbruch fürs Casting-TV angekündigt, verschwand auf nimmer Wiedersehen. Auch die Gewinnerband Unknown Passenger löste sich fast umgehend nach dem Sieg auf.

 

#4: "Keep Your Light Shining"

 

Selbst im Feld "App-Casting" steht ProSieben RTL nicht nach - und landete seinen eigenen Flop. Diesmal allerdings als Pionier. Ein paar Monate vor "Rising Star" ließ "Keep Your Light Shining" die Kandidaten im Kreis stehend am selben Song singen, die Zuschauer durften das Ganze bewerten. Die Hauptabstimmung fand aber an der Fernbedienung statt: Zwischen 1,2 und 0,9 Millionen Unentwegte fanden sich am Fernseher ein. Nach drei Ausgaben waren auch sie erlöst.

 

#3: Die Band

 

Und wenn es noch ein Beweis brauchte, dass Casting nicht mehr funktioniert: Auch in diesem Jahr gab es den obligatorischen Talentsuche-Fail. Samu Haber (39) wollte für ProSieben "Die Band" finden. Ganz ohne Jury-Klimbim, herbe Kommentare und mit viel Selbstbestimmung der Teilnehmer. Letztlich aber vor allem ohne Zuschauer. 900.000 Zuschauer zum Auftakt blieben der Spitzenwert. Bei der zweiten Show sahen nur noch 400.000 zu - dann wanderte "Die Band" ins Samstagmorgenprogramm. Um 8.15 Uhr durfte sich der Casting-Testballon mit Trickfilmserien um junge TV-Frühaufsteher balgen.

 

#2: Die Millionärswahl

 

Eine Art Talentsuche versuchten ProSieben, Elton (44) und Jeannine Michaelsen (33) Anfang 2014 auch mit der "Millionärswahl". Ein eigentümliches System bei der Kür der zu wählenden Millionäre und andere Stolperfallen ließen die Zuseher allerdings eher das Weite suchen als den würdigen Gewinn-Empfänger. Sagenhaft miese 310.000 Zuschauer sahen das Halbfinale der Show. Das Finale lief dann nicht mal mehr im Morgenprogramm, sondern gleich ausschließlich im Internet.

 

#1: Gottschalk live

 

Als Großmeister des deutschen TV spazierte Thomas Gottschalk (65, "Herbstblond") im Januar 2012 in seine eigene Vorabend-Talkshow. Und kam als frischgebackener Flop wieder heraus. In rund fünf Monaten verlor "Gottschalk live" im Ersten circa 3,5 Millionen Zuschauer, verschiedenste schnell wieder verworfene Rubriken und am Ende jegliches Konzept. Aber auch mit der Absetzung war der Albtraum nicht vorbei - erst neulich wurde bekannt, dass Gottschalk trotz des vorzeitigen Aus das volle Honorar bekommen haben soll. Von insgesamt fünf Millionen Euro war die Rede.

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