'Das grenzt an Liebe': Michael Douglas und Diane Keaton ergänzen sich perfekt

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Das grenzt an Liebe
Oren Little (Michael Douglas) genießt es, seinen Nachbarn das Leben schwer zu machen. © Clay Enos

2 von 5 Punkten

Dass Rob Reiner sich mit Liebeskomödien auskennt, hat der Regisseur 1989 mit 'Harry und Sally' eindrucksvoll bewiesen. Und offenbar macht ihm das Genre auch 25 Jahre danach noch immer Spaß. Eine "hinreißend romantische Komödie" kündigt das Presseheft im Fall seines neuen Films 'Das grenzt an Liebe an'. Zu sehen gibt's erstmal Vorgärten mit akkurat geschnittenen Rasenflächen, Hortensien und die unvermeidbaren Lattenzäune, die den Eindruck eines heimeligen Nachbarschaftsidylls abrunden.

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Von Timo Steinhaus

Das allerdings hält nur genau so lange an, bis Michael Douglas in Form des Immobilienmaklers Oren Little aufkreuzt. Der Mann ist Verbitterung in ihrer reinsten Form und bringt gleich zu Beginn des Films Schwung in die Geschichte. Nach dem Tod seiner Frau will er nur noch seine Familienvilla teuer verkaufen und danach in Rente gehen. Bis dahin lebt er in einem kleinen Appartementkomplex und macht seinen Nachbarn so richtig schön das Leben schwer.

Die kleinen Jungs von nebenan mit langen Haaren will er "sterilisieren" lassen, wenn sie seinen Wagen anrühren. Einen zugelaufenen Hund ballert er mit Paintball-Pistole ab. Seinen Cabrio stellt er so ab, dass die Schwangere aus der Wohnung über ihm ihren Wagen nicht mehr auf der Einfahrt parken kann. Herrlich gemein. Nur bei der Barsängerin Leah (Diane Keaton) macht er eine Ausnahme und bietet ihr mit dem Kommentar "Ich habe schon viele Häuser verkauft, die älter waren als Sie und in einem viel schlechteren Zustand" Karrierehilfe an. Wer könnte da widerstehen? Und wer könnte an dieser Stelle nicht schon voraussagen, wie der Film wohl ausgeht?

Michael Douglas und Diane Keaton spielen sich gekonnt die Bälle zu

Das grenzt an Liebe
Leah (Diane Keaton) findet so langsam Gefallen an ihrem mürrischen Nachbarn Oren Little (Michael Douglas).

Leider packt Regisseur Reiner nach einer vielversprechenden ersten Hälfte den Weichzeichner aus. Es kommen zum Einsatz: Traurige Kinderaugen, Männer, die plötzlich den Raum betreten, wenn ein Lied über sie gesungen wird und langsame Klaviermusik in Moll. Und wir stellen fest: Das grenzt an Kitsch.

'Das grenzt an Liebe' ist immer dann besonders gut, wenn Michael Douglas den Leuten seine fiesen Sprüche vor den Latz knallt. Da bekommt sogar der Regisseur, der sich mit Toupet unter die Schauspieler mischt, sein Fett weg. Auch Diane Keaton zeigt wieder einmal, was für eine klasse Schauspielerin ist. Sie wird von Weinkrämpfen geschüttelt, bietet Oren Paroli und ganz nebenbei singt die Dame auch noch vorzüglich Klassiker wie 'The Shadow of your smile' oder 'Blue Moon'. Zusammen mit Douglas harmoniert Keaton ganz wunderbar, die beiden zoffen sich mit Leidenschaft und spielen sich dabei gekonnt die Bälle zu.

Dennoch wäre so viel mehr drin gewesen. Denn das uninspirierte Drehbuch macht zunichte, was in der ersten Hälfte des Films aufgebaut wurde. 'Das grenzt an Liebe' ist so langweilig vorhersehbar, dass auch die ältere Zielgruppe, auf die dieser Film zugeschnitten ist, im letzten Drittel des Films unweigerlich gähnen dürfte. Zudem fällt es bis zuletzt schwer, Sympathie für Douglas' Rolle aufzubauen und so kümmert es kaum, ob er am Ende sein Happy End bekommt oder nicht.

Kinostart: 06.11.2014

Genre: Komödie

Originaltitel: And So It Goes

Filmlänge: 94 Min.

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