Das Gesetz macht Jagd auf Matthäus

Lothar Matthäus
Lothar Matthäus ist mit dem Gesetz in Konflikt geraten. © picture alliance / dpa, Patrick Seeger

Lothar Matthäus wird gejagt - doch nicht von jungen Frauen, sondern von der Justiz und einer Horde Detektive. Ein Insolvenzverwalter hat vor dem Landgericht Wuppertal Klage gegen den 50-Jährigen eingereicht.

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Der lange Arm des Gesetzes greift nach Matthäus. Ein unbekannter Kläger hat ein Zivilverfahren gegen den Rekordnationalspieler angestrengt, doch die Hand tappt im Dunkeln. Wie das Landgericht Wuppertal in einer Presseerklärung schildert, sei die öffentliche Entsendung angeordnet worden, nachdem der Kläger glaubhaft machen konnte, dass sich "eine zustellungsfähige Anschrift und der Aufenthaltsort von Lothar Matthäus nicht ermitteln lassen und alle privaten Zustellversuche an ihn selbst oder an etwaige Vertreter gescheitert sind".

Das Einwohnermeldeamt München hatte dem Kläger zunächst mitgeteilt, Matthäus sei nach Israel abgemeldet. Weil dieser dort jedoch nicht erreichbar war, sei auch ein Versuch eines Gerichtsvollziehers gescheitert, Matthäus die Klageschrift in der Münchner Allianz Arena zu übergeben. Dort soll der Gerichtsvollzieher Hausverbot bekommen haben.

Detektive lauern Matthäus in der Allianz Arena auf

Auch wiederholte Zustellversuche durch in die Arena entsandte Detektive sollen gescheitert sein. Vor dem Bundesliga-Spitzenspiel des FC Bayern gegen Borussia Dortmund (19. November) sollen Detektive in der Tiefgarage der Arena auf Matthäus gewartet haben. Eine Maßnahme anlässlich des Champions-League-Spiels gegen den FC Villarreal (22. November) - die Detektive sollen sich diesmal erneut in der Tiefgarage sowie an verschiedenen Zugängen positioniert haben - soll ebenso ergebnislos geblieben sein. Die eingeschalteten Detektive konnten nach Angaben des Klägers lediglich ermitteln, dass sich Matthäus in wechselnden Hotels im In- und Ausland aufhält.

Zu der Person, die mögliche Forderungen gegen Matthäus geltend machen will, und zur Höhe der Summe machte das Landgericht keine Angaben.

Matthäus das Unschuldslamm

Für Matthäus selbst scheint die ganze Angelegenheit ein riesen Rätsel darzustellen. "Ich kann mir das überhaupt nicht erklären. Ich weiß nicht, worum es geht", sagte der 50-Jährige zu 'Bild'.

Auch der Darstellung, dass der Rekord-Nationalspieler nicht aufzufinden sei, widerspricht dessen Sprecher Wim Vogel: "Dass Matthäus nirgendwo gemeldet sein soll, ist Quatsch. Sein Erstwohnsitz ist in Budapest in Ungarn. Der Mann ist doch keiner, der sich versteckt."

Wer die Wahrheit sagt, und worum es bei der Klage überhaupt geht, muss jetzt vor Gericht geklärt werden. Das Matthäus-Management, dass jeglichen Kontakt zum Kläger abstreitet und anscheinend völlig im Dunkeln tappt, will jetzt Klarheit. "Wir haben Akteneinsicht beantragt", so Vogel.

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