Hollywood Blog by Jessica Mazur

Das Geschäft mit Jackos Tod

Das Geschäft mit Jackos Tod
Das Geschäft mit Jackos Tod

von Jessica Mazur

In Hollywood dreht sich auch am vierten Tag nach Michael Jacksons Tod noch immer alles um den King of Pop. Die Zeitungen sind voll mit Berichten über das Leben und das Schaffen Jacksons, und auch auf den Straßen begegnet der Superstar einem hier an jeder Ecke. Ich komme zum Beispiel gerade vom Fairfax Flea Market, einem wöchentlichen Flohmarkt auf der Melrose Avenue im Herzen von West Hollywood. Hier hatten viele Händler zur Erinnerung an Michael Jackson Plakate aufgestellt oder spielten an ihren Ständen aus kleinen Boxen seine Musik. Direkt gegenüber vom Flohmarkt befindet sich ein Ed Hardy Store, und da Ed Hardy Gründer Christian Audigier eigenen Angaben zufolge eng mit Jackson befreundet und der Shop auf der Melrose Avenue der allererste Laden der mittlerweile weltweit verbreiteten Marke war, wurde der ganze Store von außen mit Jacksons und Audigiers Gesichtern, sowie der Textzeile Forever in out Hearts versehen. Die Reaktionen darauf sind unterschiedlich. Eine nette Geste sagen die einen, Eine schamlose Werbekampagne die anderen. Audigier selber würde bestimmt jegliche Anschuldigung von sich weisen, Jacksons Tod zu nutzen, um auf seinen Laden aufmerksam zu machen, aber wenn es so wäre, er wäre nicht der einzige!

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In Los Angeles sind die Straßen nämlich mittlerweile voll mit fliegenden Händlern, die mit billig gedruckten Michael Jackson T-Shirts wedeln oder versuchen, Autofahrern oder Fußgängern Poster anzudrehen, auf denen Dinge stehen, wie Michael Jackson, In Loving Memory, 1958 2009. Andere versuchen, direkt vor Jacksons Stern auf dem Hollywood Walk of Fame Rosen zu verkaufen, in der Hoffnung, dass die trauernden Fans keine Kosten scheuen und zugreifen.

Ob die Straßenverkäufer mit dem plötzlichen Tod von Michael Jackson einen schnellen Dollar machen, weiß ich nicht, aber eine Person hat garantiert abkassiert: Der Paparazzo nämlich, der das allerletzte Foto von Jackson geschossen hat. Nachdem bekannt wurde, dass es ein Foto gibt, das Jackson liegend auf einer Bare zeigt, während Rettungssanitäter um sein Leben kämpfen, brach unter den US Medien ein wahrer bidding war aus: jeder wollte das Foto haben. Der Zuschlag ging letztendlich für 100.000 Dollar an die US Show Entertainment Tonight, die das Bild seitdem im Fernsehen und im Internet veröffentlichte. Nachdem die Wahrscheinlichkeit mehr als hoch ist, dass Michael Jackson zum Zeitpunkt der Aufnahme bereits tot war, wird in amerikanischen Onlineforen bereits heftig spekuliert, ob die Veröffentlichung des letzten Jackson-Bildes nicht selbst das Allerletzte war. Für Entertainment Tonight waren die 100.000 Dollar aber auf jeden Fall gut investiert, die Besucherzahlen auf der Internetseite der Show sind seitdem das Foto gepostet wurde deutlich gestiegen und alle anderen Internetseiten, die das Bild ebenfalls ins Netz stellen wollten, durften dieses nur mit dem ET Logo und Verweis auf die Show.

Eigentlich waren die 100.000 Dollar sowieso ein echtes Schnäppchen! Zumindest, wenn man bedenkt, dass derzeit Web-Adressen wie TouchedByMichaelsMusic.com oder MichaelKingOfPopJackson.com beim amerikanischen Auktionshaus Ebay für mehrere Millionen(!) Dollar angeboten werden. Kauft doch keiner? Von wegen! MichaelKingOfPopJackson.com ging gerade für 6,5 Millionen Dollar weg! Zu haben ist dafür aber noch die Freitagsausgabe der LA Times, in der ausführlich über Jacksons Tod berichtet wurde und die jetzt auf Ebay für 10.000 Dollar angeboten wird, Shipping aber inklusive, na dann...;-).

Das Geschäft mit dem Tod hat in Hollywood also offiziell begonnen, und viele Menschen versuchen sich auf ihre Art am Tod des King of Pop zu bereichern. Gut finde ich das nicht! Aber ich muss ehrlich gestehen: wenn dieser Typ seine LA Times wirklich für 10.000 Dollar verkauft, dann fische ich meine Ausgabe auch wieder aus dem Altpapier...

Viele Grüße aus Lalaland sendet Jessica Mazur.

 

Das Geschäft mit Jackos Tod
© Bild: Jessica Mazur