Dänen-Projekt Vessel: Kraft aus der Ruhe

Anders Mathiasen
Völlig relaxed: Anders Mathiasen Foto: Membran © DPA

In der Ruhe liegt die Kraft: Nach diesem Motto spielte der Däne Anders Mathiasen alias Vessel im riesigen US-Bundesstaat Texas eines der bezauberndsten Alben dieses Frühjahrs ein.

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Es ist freilich so ruhig und relaxed, dass es in der momentanen Indie-Folkpop-Modewelle unterzugehen droht wie ein Stein. Und das wäre wirklich jammerschade.

"Patterns Of Blue" (Danish Music & Entertainment/Membran) nimmt sich alle Zeit der Welt in acht teils über sieben Minuten langen Edel-Kompositionen, um den Hörer in Zen-buddhistische Gelassenheit zu versetzen. Weite Dreampop-Melodiebögen einer siebenköpfigen Band aus Jazz- und Folk-Koryphäen um den Sänger und Gitarristen Mathiasen, feierliche Bläsersätze, gelegentliche psychedelische Exkurse: Daraus basteln Vessel einen Soundtrack von fast unwirklicher Sanftheit, der Kitschgrenzen höchstens streift, aber nie überschreitet.

Landsleute wie die inzwischen aufgelösten Efterklang oder Cody lassen sich als Vergleich heranziehen für diese in Naturbildern schwelgende Soundtüftler-Musik. Aber auch die Tindersticks, als deren Tour-Support Vessel im April in Nordeuropa auftraten, oder Sam Beams Iron & Wine bieten Vergleichbares - wenngleich logischerweise ohne diese typisch skandinavische Schwermut.

Anders Mathiasen war bisher bereits Kennern bekannt als eine Hälfte des Folk-Noir-Duos mit dem nicht so recht passenden Bandnamen Murder. "Patterns Of Blue" ist nun auch schon das dritte Soloalbum des Singer-Songwriters. Aber noch nie waren seine Lieder so rund und anmutig wie hier.


dpa
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