Cristina von Spanien zur Anhörung vor Gericht

Ist Cristina in den Finanzskandal involviert?
Spaniens Prinzessin Cristina strahlt die Sorgen weg © Michael Murdock / Splash News

Spaniens Prinzessin strahlt die Sorgen weg

Sie erschien ruhig, gelassen und lächelnd: Königstochter Cristina hat in Spanien einem Richter Rede und Antwort gestanden. Sie soll in den Finanzskandal um ihren Ehemann verwickelt sein. Die Befragung war eine traurige 'Premiere' in der Geschichte der spanischen Royals.

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Als erstes Mitglied der spanischen Monarchie ist die Königstochter Cristina als Beschuldigte in einem Korruptionsskandal vernommen worden. Unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen und begleitet von antimonarchistischen Protesten begann die Befragung im Landgericht von Palma de Mallorca. Die 48-jährige Infantin soll in den Finanzskandal um ihren Ehemann, den Ex-Handballstar Inaki Urdangarin, verwickelt sein. Ermittlungsrichter José Castro wirft ihr Steuerbetrug und Geldwäsche vor. Mehr als vier Stunden lang musste sich Cristina seinen Fragen stellen.

In einer Vernehmungspause verriet Manuel Delgado, Anwalt der Bürgerinitiative 'Bürgerfront - Wir sind die Mehrheit', Cristina habe auf die Fragen von Richter Castro "zu 95 Prozent mit Ausflüchten" geantwortet. "Sie weiß von nichts, sie kennt niemanden", sagte Delgado vor Journalisten. Die zweitälteste Tochter von König Juan Carlos und Königin Sofia sei aber "ruhig und sehr gut vorbereitet".

Ist Cristina in den Finanzskandal involviert?

Richter Castro wollte von der Infantin erfahren, inwieweit sie in den Finanzskandal um Urdangarin verwickelt war. Der frühere Handballstar (46) steht im Verdacht, zwischen 2003 und 2006 als Präsident der gemeinnützigen Stiftung Nóos mehr als fünf Millionen Euro staatlicher Mittel in die eigene Tasche gewirtschaftet zu haben.

Als Teilhaberin eines mit ihrem Mann gemeinsam betriebenen Zweig-Unternehmens von Nóos, das als Strohfirma fungiert haben soll, soll Cristina, Nummer sieben in der spanischen Thronfolge, echte und fiktive Privatausgaben als Firmenkosten deklariert haben.

Allein die Vorladung vor Gericht schadet dem gesamten spanischen Königshaus. Je länger das Verfahren andauern wird, desto geringer wird das Vertrauen des Volkes in die Royals. Aus dem Palast selbst wurde verlautet man hoffe, dass das "Martyrium möglichst bald zu Ende" gehe. Das Volk ist ohnehin nicht gut auf die Royals zu sprechen, da diese ihr Budget im Angesicht der Finanzkrise zu spät gekürzt haben.

Kritiker fordern bereits, dass Cristina ihre königlichen Privilegien aufgeben soll. Eines ist jedoch ganz klar: Cristinas Ehemann, der einstige Lieblingsschwiegersohn von König Juan Carlos, ist bereits in Ungnade gefallen. Auf öffentlichen Fotos der Familie ist Urdangarin nicht mehr zu sehen.

Bildquelle: Splashnews

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