'Crazy Heart': Dafür hat Jeff Bridges den Oscar verdient!

Jeff Bridges als versoffener Countrysänger, der sich in Maggie Gyllenhaal verliebt

'Crazy Heart': Dafür hat Jeff Bridges den Oscar verdient!
© AUTOIMPORT

Keine allzu neue Geschichte – aber dafür eine brillante Darstellung: Für die Rolle des im Dauersuff lebenden Countrysängers Bad Blake in „Crazy Heart“ ist Jeff Bridges zur Recht für den Oscar nominiert. Den Golden Globe erhielt er dieses Jahr schon, der Oscar steht ihm in jedem Fall auch zu.

Der einstige Countrystar Bad Blake tingelt quer durch das Land - von einer drittklassigen Bar zur nächsten. Der Mittfünfziger hält sich damit jedoch mehr schlecht als recht über Wasser. Bei seinen Gigs kann er sich auf eine kleine, treue Fangemeinde seines Alters verlassen, die allerdings immer wieder nur die gleichen alten Hits hören will. Trost findet er nur noch im Whiskey und im Bett mit den ebenfalls gealterten weiblichen Fans.

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Charakterstudie statt Unterhaltungsfilm: Ein Kinohighlight

'Crazy Heart': Dafür hat Jeff Bridges den Oscar verdient!

In seinem Elend trifft er auf die junge Jean (dauergrinsend: Maggie Gyllenhaal). Die alleinerziehende Mutter ist Journalistin und will den wahren Menschen hinter der versoffenen Fassade des alten Stars entdecken. Bad Blake ist schnell von ihrer charmanten Art angezogen und verliebt sich Hals über Kopf in die junge Frau. Zum ersten Mal seit Jahren scheint Bad wieder eine Beziehung zu einem Menschen zu entwickeln – jedoch ohne seinen alten Kumpel Whiskey dafür zu verlassen. Erst als er den vierjährigen Sohn seiner jungen Freundin in einer Bar im Einkaufzentrum verliert, wird ihm klar, dass er sich ändern muss.

Bei „Crazy Heart“ handelt es sich mehr um eine Charakterstudie als um einen Unterhaltungsfilm. Durch Bridges brillante Darstellung des Bad Blake wird das Regiedebüt von Scott Cooper allerdings zum echten Kinohighlight.

Jeff Bridges wurde bereits für die Rolle mit dem Golden Globe als „Beste Hauptrolle in einem Drama“ ausgezeichnet. Und das nur zu Recht. Als kauziger Sänger agiert Bridges so authentisch, dass es schwer fällt daran zu denken, dass die Rolle nur gespielt wird. Auch akustisch kann Jeff Bridges auf voller Länge überzeugen: Er singt alle Songs im Film selber – und das richtig gut.

Maggie Gyllenhaal kann in ihrer Rolle als Jean nicht wirklich glänzen. Eher nervt sie mit ihrem ständigen Kuhblick. Tough, alleinerziehend und selbstbewusst? Nein, das nimmt man ihr nicht wirklich ab.

In einer Nebenrolle taucht auch Hollywood-Rüpel Colin Farrell auf – als junger Countrystar. Auch er singt alle Songs im Film selber, was in seinem Fall allerdings keine gute Idee ist. Colin, lieber die Klappe halten und einfach nur nett aussehen.

Wer kein Country-Fan ist, muss keine Sorge haben. Der Musikanteil im Film ist überschaubar und wohl dosiert. Es gibt ein, zwei markante Songs (die alten Hits von Bad Blake) die sich sehr einprägen und von Jeff Bridges wirklich toll interpretiert werden. Damit steht fest: Der Soundtrack hat sicherlich auch eine Auszeichnung verdient.

Von Elke Feldmann

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