'Cowboys and Aliens': Daniel Craig als Western-007

Filmkritik und Trailer

Von Mihaela Gladovic

3 von 5 Punkten

Raubeinige Cowboys, die gegen schleimige Aliens kämpfen. Das klingt nach einem kunterbunt komischen Genre-Mix. Doch so abwegig es auch klingen mag, der todernst gemeinte, staubige Western mit Menschen verschleppenden Außerirdischen funktioniert auf der Leinwand – zumindest im Großen und Ganzen.

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Als geheimnisvoller Cowboy wacht Daniel Craig verwundet und verdreckt mitten in der Wüste auf. Er weiß weder, wer er ist, noch warum er samt merkwürdiger Metallapparatur am Handgelenk in der brütenden Sonne von New Mexiko herumliegt. Als ein Pack raubeiniger Reiter auf ihn los gehen will, legt der unbewaffnete Cowboy die Halunken schneller auf Kreuz als sie sagen könnten „Spiel mit das Lied vom Tod“.

Der Mann ohne Namen reitet in das nächstbeste Dorf und lässt sich verarzten. Allerdings wird er schnell als gesuchter Verbrecher Jake Lonergan erkannt und landet im Knast. Bis kurz darauf das vom erbarmungslosen Colonel Woodrow Dolarhyde (Harrison Ford) hart regierte Dorf von seltsamen Flugobjekten in Schutt und Asche gelegt wird und einige Leute entführt werden.

Die fünf (!) Drehbuchschreiber, die 'Cowboys und Aliens‘ zusammengeschustert haben, beweisen leider, dass zu viele Köche wahrlich den Brei verderben. So wird um wirklich interessante Charaktere eine Geschichte gesponnen, die weitaus vertrackter erzählt wird, als sie eigentlich ist. Zwar sind dabei viele nette Ideen untergebracht, ein bisschen mehr Geradlinigkeit hätte aber sicherlich dabei geholfen, die Handlungsstränge zum Schluss logisch zusammen zu führen. Am Ende bleiben nämlich einige Fragen offen.

Allerdings retten ein abgebrüht cooler Daniel Craig ('James Bond – Casino Royale‘) und ein herrlich skrupelloser Harrison Ford ('Morning Glory‘, 'Indiana Jones‘) den Film davor, in einer albernen Schleimschlacht auszuarten und sorgen dafür, dass der Zuschauer trotz erzählerischer Patzer über zwei Stunden überraschend gut unterhalten wird. Von der ersten Minute an überzeugt Craig als wortkarger Schläger-Cowboy, der mit seinem ewig bösen Blick ein bisschen was von einem amerikanischen 007 aus dem 19. Jahrhundert hat. Auch Harrison Ford spielt seinen unbarmherzigen Dolarhyde mit perfider Inbrunst. Mit jedem anderen Schauspieler-Duo wäre der Film wahrscheinlich gnadenlos gefloppt.

In der Nebenrolle gibt sich Olivia Wilde ('Tron: Legacy‘) als mysteriöse Schönheit redlich Mühe gegen ihre eindimensionale Figur anzuspielen. ‚Cowboys und Aliens‘ ist bis in die Nebenrollen mit einem hochkarätigen Cast besetzt und so wundert es kaum, dass auch Sam Rockwell (‚Moon‘) in der Rolle des Barkeepers glänzt. Da wünscht man ihm doch ein bisschen mehr Leinwandzeit.

Durch starke Darsteller und die großartigen Bilder des Regisseurs Jon Favreau ('Iron Man‘, 'Iron Man 2‘) und seines Kameramannes Mathew Libatique ('Iron Man‘, 'Black Swan‘), mit denen die Atmosphäre verstaubter, alter Western treffend eingefangen wird, kann 'Cowboys and Aliens‘ ordentlich auftrumpfen. Völlig aus dem Sattel hauen wird der Streifen aber so schnell niemanden.

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