"Couture in Orbit": Star Wars für den Kleiderschrank

Couture in Orbit
Inspiration aus dem All: Hightech-Mode à la Star Wars. Foto: Katrin Kasper © DPA

Mode kann so schön sein - und häufig ist sie zugunsten des Aussehens wenig funktional. Denkt man an Kleidung für Astronauten, ist es genau umgekehrt: Viel Funktion, optisch nicht unbedingt ansprechend.

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Dass das auch anders geht, zeigen die Kostüme aus der Filmreihe Star Wars. Aber ist Star Wars auch im irdischen Kleiderschrank möglich? Ist es, haben Studierende führender Hochschulen für Modedesign am Mittwochabend mit einer galaktischen Modenschau im Londoner Science Museum bewiesen.

Im Rahmen ihres Design-Projekts "Couture in Orbit" schickten sie Models in teils farbenfrohen und vom Weltraum inspirierten Kollektionen auf den Laufsteg. Das europaweite Projekt ist eine Zusammenarbeit von Modedesign-Hochschulen aus Berlin, Paris, London, Mailand und Kopenhagen mit der Europäischen Weltraumorganisation Esa. Aus Deutschland beteiligte sich die Esmod International University of Art for Fashion in Berlin an dem Projekt.

"Die meisten Sachen sind dafür gedacht, die Space-Technologie auf die Erde zu bringen", sagte Sarah Grepl, Studentin der Esmod Berlin. In anderen Worten: "Couture in Orbit" soll zeigen, wie modernste Technologien aus dem Weltraum in Alltags-Kleidung integriert werden können - und das Ganze auch noch gut aussieht.

"Wir wollen mit diesem Projekt die Technologie erkunden und Mode in einem anderen Kontext sehen. Das Ganze hat quasi Vorentwicklungscharakter, könnte aber so produziert werden", erklärte Professor Ramiro Alvarado, Studiengangsleiter in Berlin.

Um Wissenschaft und Mode künstlerisch zu kombinieren, orientierten sich die Studierenden an Experimenten von ESA-Astronauten. Die Berliner Gruppe bearbeitete schwerpunktmäßig die Themen Erdbeobachtung und Klimawandel.

Studentin Grepl kreierte einen Zweiteiler, bestehend aus einer Art dunklem Ganzkörperanzug und halbseitigem, hellblauem Umhang. Der Anzug soll temperaturregulierende Materialien und Solarzellen enthalten. Außerdem soll er mit Sensoren zur Bewegungsmessung und dämpfenden Werkstoffen ausgestattet sein, um den Träger zu schützen und Unfälle zu verhindern.

Noch sind die Kleidungsstücke der Modestudenten Prototypen ohne die geplanten High-Tech-Elemente. Teilweise verwendeten die jungen Designer aber bereits Stoffe, die auch für Raumanzüge genutzt werden. Eines der Ziele des Projekts: Die multifunktionale Hightech-Mode könnte sowohl das Leben als auch die Kleiderschränke leichter machen.


dpa
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