Conor Oberst bedient neue Dylan-Vergleiche

Conor Oberst
Conor Oberst mag es spartanisch. Foto: WArner © deutsche presse agentur
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Nur Gitarre, Piano, Mundharmonika und diese sehr eigene, sehr typische Stimme - es hat etwas Dylaneskes, was Conor Oberst auf "Ruminations" macht.

Tatsächlich galt der Singer-Songwriter aus Nebraska vor 15 Jahren ja schon mal als "der neue Bob Dylan", nachdem und während er sich mit einer Unmenge kühner Indie-Folkrock-Platten in die erste Reihe katapultiert hatte.

Mit den Bright Eyes, Monsters Of Folk, Desaparecidos und Mystic Valley Band oder auch solo knüpfte Oberst beim großen Alten des Genres an, der dieses Jahr - womöglich gegen seinen Willen - mit dem Literaturnobelpreis geadelt werden soll. Der 1980 geborene Jungspund ließ in seinen Liedern wie Dylan wahre Textlawinen auf den Hörer niedergehen. "Ruminations" (Warner) bedient nun auch in seiner spartanischen Soundästhetik die ehrenvollen Vergleiche.

Vor einem Jahr musste Conor Oberst eine Desaparecidos-Tournee gesundheitlich bedingt abbrechen. Offenbar hatte der Verschleiß nach rund zwei Jahrzehnten im Business - also seit Jugendzeiten - Tribut gefordert. Die daraufhin in seiner Heimatstadt Omaha aufgeschriebenen "Grübeleien" (Übersetzung von "Ruminations") sind nun in all ihrer Nacktheit und Kargheit zu hören.

Obersts Stimme hat oft etwas Weinerliches, hier klingt sie bei aller Verletzlichkeit jedoch nicht nach Selbstmitleid, sondern einfach nur anrührend. Die Lieder sind - im Gegensatz vor allem zu den farbenfroheren Bright-Eyes-Stücken der vergangenen zehn oder zwölf Jahre - nicht allzu abwechslungsreich arrangiert, aber eben intensiv genug, um dann doch zu fesseln. Und textlich sind klassische Folksongs wie das traurig-schöne "Next Of Kin" bei diesem Künstler sowieso immer genaues Hinhören wert.

Für Oberst-Fans ist "Ruminations" demnach ein Muss, für Neueinsteiger Geschmackssache.

Konzerte 2017: 17.1. München, 18.1. Stuttgart, 19.1. Wien, 20.1. Zürich, 21.1. Köln


Quelle: DPA
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