Conchita Wurst: Das trägt sie privat

Conchita Wurst: Das trägt sie privat
Die Biografie von Conchita Wurst ist gerade erschienen © LangenMüller

Conchita Wurst (26, "Heroes") hat es von der österreichischen Provinz bis auf die großen Bühnen geschafft. Ihren Weg dorthin beschreibt sie in ihrer Biografie "Ich, Conchita" (LangenMüller, 192 Seiten, 20 Euro). Die ESC-Siegerin berichtet darin auch von ihren Erfahrungen mit Castingshows. Im Interview mit spot on news erklärt sie, was sie heute davon hält, was die Fans von ihrem neuen Song "You are unstoppable" und ihrem neuen Album erwarten dürfen und wie sie sich privat am liebsten kleidet.

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Interview mit ESC-Siegerin

"Von der Castingshow zum Weltstar", lautet Ihr Ziel. Europa haben Sie schon erobert. Zuletzt waren Sie auch in den USA, bei den Golden Globes. Gibt es für Amerika weitere Pläne?


Conchita Wurst: Konkret nicht. Aber ich habe die Chance bekommen, in diesen Markt einen Hauch hineinschnuppern zu dürfen: Bei den Golden Globes habe ich überraschend viel von der Community der Weltstars mitbekommen. Das ist sehr hilfreich.


Was ist der Unterschied zu Europa?


Conchita Wurst: In Europa wird nicht viel gelobt, nur dann, wenn man etwas wirklich großartig findet. Das hat was Gutes, bringt aber auch viel Deprimierendes mit sich. In Amerika sind dafür alle wahnsinnig euphorisch - es passiert aber nichts. Um Motivation zu sammeln, sollte man also nach Amerika gehen, man darf sich davon aber nicht blenden lassen. Europäer gelten eher als kopflastig, strukturiert und skeptisch und könnten so viel Lob vielleicht auch gar nicht annehmen, selbst, wenn es wahr wäre. Das Tolle an Los Angeles speziell ist, das wirklich jeder einen Traum hat. Alle glauben, sie seien etwas Besonderes. Ich denke, es stimmt, wenn gesagt wird: Wenn man es in L.A. schafft, schafft man es überall.


Bekannt geworden sind Sie durch zwei Castingshows: "Starmania" und "Die große Chance". Verfolgen Sie Sendungen wie diese heute noch und würden Sie jungen Talenten raten, teilzunehmen?


Conchita Wurst: Ich finde Castingshows wahnsinnig unterhaltsam und zeitgemäß - ein Tool, um Talente zu finden. Sie haben natürlich auch diesen Trash-Faktor. Am Ende ist ein Talent aber ein Talent. Man ist nicht weniger talentiert, wenn man durch eine Fernsehkamera oder eine Jury entdeckt wird. Diese Geschichten von Bands, die seit 15 Jahren Musik machen und dann zufällig in einem Club entdeckt werden, sind sehr romantisiert. Ich wollte auf sowas nicht warten. Ich habe gesagt: Ich kann das, schaut mich an, beurteilt mich. Das muss man mögen und man muss wissen, worauf man sich einlässt. Nicht jeder ist für die Medien und Kritik geschaffen. Das muss man annehmen können und es tut immer ein bisschen weh.


Apropos wehtun: Ihre modische Verwandlung in Conchita ist auch immer mit Schmerzen verbunden, wie Sie schreiben. Was tragen Sie privat am liebsten?


Conchita Wurst: Am liebsten meide ich Unterwäsche (lacht). Auf alle Fälle sehr, sehr bequeme Kleidung und keine hohen Schuhe. Ich mag es aber immer, mich zu stylen und Sachen auszuprobieren, weil ich einfach in Mode verliebt bin.


Der ESC in Wien steht vor der Tür. Wie werden Sie das Ereignis begehen?


Conchita Wurst: Das sind insgesamt zwei Wochen, auf die ich mich wahnsinnig freue, weil es eine kleine Zeitreise ist. Es ist das gleiche Team wie beim letzten Mal. Alle sind zudem so unfassbar motiviert, ein ganzes Land zieht an einem Strang, um dieses Event so schön wie möglich zu machen und unsere Gäste willkommen zu heißen. Eine ganze Nation arbeitet an einem Ziel. Das finde ich so großartig. Ich bin unfassbar dankbar, dass ich das erleben darf.


Ihre neue Single "You are unstoppable" ist gerade erschienen, im Mai folgt das Album: Auf was dürfen sich die Fans freuen?


Conchita Wurst: Auf eine sehr diktatorische Musikliste, die zuallererst mir gefällt (lacht). Ich schreibe meine Songs nicht selbst und dass aus einer Demo mein Lied wird, ist ein sehr, sehr langer Weg. Ich kann versprechen, dass jedes Lied mir aus dem Herzen spricht. Ich habe jeden Song mit wahnsinnig viel Emotionen eingesungen. Das war mir am wichtigsten.

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