Colorado: Finanzierte James Holmes den Amoklauf durch sein Stipendium?

James Holmes, Amokläufer Colorado bei Batman-Premiere
James Holmes, hier bei seinem Haftprüfungstermin, erhielt 26.000$ im Rahmen eines Stipendiums. © REUTERS, POOL

Blutbad hätte noch schlimmer enden können

Aufgrund seiner überdurchschnittlichen Leistungen hat der Amokläufer von Colorado, James Holmes, ein Stipendium erhalten, durch das er pro Jahr 26.000 Dollar (rund 21.500 Euro) aus einem Fonds erhielt. Das bestätigte ein Sprecher der Universität von Colorado laut US-Medien. Der Verdacht liegt nahe, dass der 24-Jährige dieses Geld nutzte, um sein gigantisches Waffenarsenal anzulegen.

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Am Freitag erschoss der ehemalige Neurowissenschaftsstudent zwölf Menschen. Es wären sogar noch mehr gewesen, hätte sein Sturmgewehr nicht blockiert.

Sein jüngstes Opfer: Die sechsjährige Veronica. Ihre Mutter überlebte schwerverletzt. Erst im Krankenhaus wurde festgestellt, dass sie schwanger ist. Und dort erfuhr die 25-Jährige auch erst, dass ihre Tochter tot ist.

Todesstrafe für James Holmes?

James Holmes könnte die härteste aller Strafen erwarten. Staatsanwältin Carol Chambers ist bekannt dafür, die Todesstrafe zu fordern. Sie will aber zunächst mit den Opfern und Angehörigen sprechen.

"Es gibt sehr viel, was sie bedenken müssen, falls die Todesstrafe gefordert wird. Diese Entscheidung wird das Leben der Opfer über Jahre maßgeblich beeinflussen. Das ist ein langer Prozess, der ihr Leben verändern wird", so Chambers.

Dass die Todesstrafe auch vollstreckt wird, ist in Colorado normalerweise unwahrscheinlich. "Seit den späten 70er Jahren wurde hier nur ein einziger Mensch hingerichtet. Damit gehört Colorado zu den Staaten, bei denen die Todesstrafe zwar noch auf dem Papier steht, aber fast nicht mehr angewandt wird. Im Fall von James Holmes - da sind sich viele jetzt schon sicher - wird das aber anders sein", berichtet RTL-Reporter Frank Fastner.

Am kommenden Montag wird Holmes das nächste Mal vor Gericht stehen. Die Verteidigung, so wird vermutet, könnte dann auf Unzurechnungsfähigkeit plädieren.

Große Kinobetreiber wollen nach dem Kino-Attentat unterdessen ihre Sicherheitsvorkehrungen bei der deutschlandweiten Premiere des neuen Batman-Film 'The Dark Knight Rises' in dieser Woche verschärfen. So gebe es etwa verstärkte Kontrollen beim Einlass und in den Kinosälen, sagte ein Sprecher des Bochumer Kinobetreibers UCI-Kinowelt am Montag. "Wir bitten die Besucher zudem, auf Verkleidungen zu verzichten." Die Tat in den USA habe schockiert und betroffen gemacht.

Bundesweiter Kinostart für 'The Dark Knight Rises' ist der kommende Donnerstag, Previews wird es jedoch bereits in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch geben. "Das Personal wird sensibilisiert und unsere Security-Mitarbeiter werden die Batman-Vorführungen mit erhöhter Aufmerksamkeit begleiten", sagte Kim Ludolf Koch, Geschäftsführer von Cineplex Deutschland. Es gebe auch Anfragen von Besuchern, die sich um die Sicherheit sorgten, sagte Koch. "Unser Publikum soll sich bei uns natürlich sicher fühlen."

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