Cocoon lassen ihren Folkpop strahlen und leuchten

Cocoon
Als sein kleiner Sohn im Krankenhaus lag, hat Marc Daumail für ihn Gitarre gespielt. Foto: Yann Orhan/Esther Pearl Watson (Artwork) © deutsche presse agentur
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Es kommt gelegentlich vor, dass eine schwere Zeit ein leichtes Album hervorbringt. Geschafft hat das der Franzose Mark Daumail mit seinem Projekt Cocoon - auch dank prominenter Helfer auf der anderen Seite des Atlantiks.

"Es war ein hartes Jahr für meine Familie", singt der Mann aus Clermont-Ferrand mit fragiler, heller Stimme im Lied "Get Well Soon" ("Gute Besserung") zu einer federnden Folkpop-Melodie mit ploppenden Bässen, Glockenspiel und Pedal-Steel. Ein wunderschönes Lied mit ernstem Hintergrund: Der Singer-Songwriter verarbeitet darin die schwere Krankheit seines kleinen Sohnes, die ihn nach zwei erfolgreichen Alben zum zeitweiligen Ausstieg zwang.

Das dritte Cocoon-Werk "Welcome Home" (Universal) ist nun zugleich das bisher beste der französischen Band. "Ich wollte ein Album machen, das wirklich strahlt und leuchtet", sagt Daumail. Mission erfüllt! Drängelnde Gitarrenpop-Lieder wie "Middlefinger", "Shooting Star" oder "Miracle" machen enorm gute Laune, bei Balladen wie "Out Of Tune" "Legacy" oder "Cross" spürt man einen dicken Kloß im Hals.

Aufgenommen wurde diese durch und durch empfehlenswerte Platte in drei Studios: in der Heimat, in Berlin und in den USA. Dort, genauer gesagt in Richmond/Virginia, trafen Cocoon auf einige der zurzeit angesagtesten Musiker an der Schnittstelle zwischen Folk und Soul: den schwergewichtigen Produzenten Matthew E. White, die Sängerin Natalie Prass sowie deren Buddys an Streich- und Blasinstrumenten, eine Art Allzweck-Backingband im Motown- oder Stax-Stil der 60er/70er Jahre.

Prass ("Retreat", "Watch My Back") und White ("Up For Sale") singen zusammen mit Daumail bei drei Tracks im Duett. Es sind die Sahnehäubchen einer charmanten Songsammlung, die in knapp 39 Minuten perfekte September-Musik bietet: luftig, sommerlich, aber schon mit einer Ahnung herbstlicher Melancholie.


Quelle: DPA
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