Clouseau verknallt: „Der rosarote Panther 2“

Clouseau verknallt: „Der rosarote Panther 2“

Von Mireilla Zirpins

Wollten wir wirklich noch mehr von Steve Martin im Trenchcoat oder in französischer Polizeiuniform sehen, nachdem sein erster Einsatz als rosaroter Panther derart unlustig war? Nun ja, man kann dem zweiten Teil schon eine Chance geben, weil Steve Martin ja eigentlich sehr komisch sein kann und weil diesmal statt der schauspielerisch eher unbedarften Beyoncé Knowles Bollywood-Queen Aishwarya Rai die Rolle der Sexbombe übernommen hat.

Doch bevor Inspektor Clouseau mit ihr und anderen Chefkriminalisten (darunter immerhin Jean Reno, Alfred Molina und Andy Garcia) eine Eliteinheit bildet, um den hinterlistigen Meisterdieb Tornado zur Strecke zu bringen, muss er erstmal Strafdienst in den Straßen von Versailles leisten: beim Strafzettel-Verteilen. Sein Erzfeind und Vorgesetzter Dreyfus (John Cleese) hat es endlich geschafft, ihn zu degradieren. Aber einem Mann mit einer gestörten Selbstwahrnehmung wie Clouseau kann das nicht runterziehen. Er verteilt mit so viel Würde und Elan Partickets wie andere Auszeichnungen verleihen – und tritt dabei in jedes Fettnäpfchen, das im Umkreis von drei Kilometern aufblitzt.

Denn in Gedanken ist Clouseau mal wieder ganz woanders. Diesmal allerdings - für ihn eher ungewöhlich - bei einer Frau. Denn obwohl er grundsätzlich gar nichts schnallt, hat er doch begriffen, dass seine verhuschte Sekretärin Nicole (Emily Mortimer) die Richtige für ihn wäre. Aber wenn der trotteligste Inspektor der Filmgeschichte sein Herz verschenkt hat, hilft ihm auch sein übergesundes Selbstbewusst sein nicht weiter. Closeau führt seine Angebetete groß zum Essen aus und legt mit Selbstverständlichkeit den piekfeinen Laden in Schutt und Asche. Wie Steve Martin ein ganzes Restaurant dazu bringt, mit den Flaschen aus einem herabstürzenden Weinregal zu jonglieren, ist eine echte komödiantische Meisterleistung.

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Clouseau verknallt: „Der rosarote Panther 2“

Leider ist dies auch eine der wenigen guten Leistungen in dieser gut gemeinten, aber nicht immer gut gemachten Komödie. Viele Gags kommen mit Ansage, viele zünden auch gar nicht, und die Story ist derart an den Haaren herbeigezogen, dass sie nach 30 Minuten schon nicht mehr interessiert. Steve Martin kaspert sich mal inspiriert, mal eher bemüht durch allerhand aberwitzige Situationen und ist bestrebt, den Lacher auf seiner Seite und nicht auf der seiner Kollegen zu haben, wenn es denn mal einen gibt.

Das ist schade. Denn Steve Martin kann so witzig sein, wie „Tote tragen keine Karos“ oder „L.A. Story“ beweisen. Aber er ist einfach kein guter Clouseau. Es ist für einen Komiker vermutlich einfach keine tolle Idee, mit dem Programm eines anderen Comedians aufzutreten. Lieber Steve Martin, wir möchten Sie endlich wieder in einer für Sie maßgeschneiderten und originellen Rolle sehen. Schreiben Sie sich eine, Sie können das doch!

Nun wollen wir die Sache hier nicht schlechter reden als sie ist. Wenn Sie den ersten Teil mochten, sind Sie auch im zweiten gut aufgehoben. Peter Sellers kann Steve Martin niemals ersetzen, aber das Ganze ist allemal besser als seine Kinder-Klamotte „Im Dutzend billiger“. Wenn Sie aber schon die alten Peter-Sellers-Filme albern fanden, gibt es nur eine Devise für „Der rosarote Panther 2“: Stay away!

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