"Clap your hands" für Imany

Imany
Die französische Sängerin Imany hatte Spaß in Berlin - und begeisterte ihr Publikum. Foto: Arnold Jerocki/Archiv © deutsche presse agentur
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Es ist ihre Stimme, die einen nicht mehr loslässt. Tief, kräftig und warm klingt sie und ist so wohltuend wie die Umarmung eines guten Freundes. Als Imany ihr Konzert am Samstag im Berliner Columbia Theater mit "Save Our Soul" beginnt, hört man sofort: Live klingt sie sogar noch besser als auf Platte.

Zwei Stunden lang zieht die französische Soulsängerin, die eigentlich Nadia Mladjao heißt, den kompletten Saal in ihren Bann. Am Ende will der sie kaum gehen lassen. Zu gut ist das Konzert, zu schön die Lichteffekte, und zu sympathisch die Sängerin.

Imany spricht viel mit ihrem Publikum, fordert es zum Singen auf, tanzt mit ihm und überrascht es immer wieder. Neben ihren eigenen Songs wie "Don't Be So Shy" und "Shape Of A Broken Heart" singt sie wenige Tage nach dem 25. Todestag von Queen-Sänger Freddie Mercury "Bohemian Rhapsody". Sie baut "Bang Bang (My Baby Shot Me Down)" aus dem "Kill Bill"-Soundtrack in ihren Song ein, und stimmt zusammen mit dem Publikum "Ready Or Not" von den Fugees an.

Die 37-Jährige zeigt eine starke Präsenz auf der Bühne. Nur begleitet von einer Akustikgitarre singt sie "Seat With Me" ohne Mikrofon und das Publikum ist mucksmäuschenstill. Bei anderen Songs wird sie von Celli, Gitarren, Bass, Keyboard und Trommeln unterstützt. Ihre Stimme klingt mal weich, mal kräftig, immer gefühlvoll. Es gibt wahrscheinlich wenige Menschen bei denen sich der Gesang durch ein Megaphon noch immer gut anhört.

Die Französin mit komorischen Wurzeln hat sichtlich Spaß an ihrem Konzert und mit ihrer Band, von der einige mit olivgrünen Hemden und Mützen einen Tag nach dem Tod Fidel Castros an den Kubaner erinnern. Als sie ihre Jungs vorstellt, lässt sie das Publikum minutenlang für sie singen. Bei der Zugabe springt sie von der Bühne und tanzt so wild mit ihren Fans, dass sich ihr geknotetes Kopftuch löst und die Rastazöpfe in alle Richtungen geschleudert werden.

"Do you wanna go home?" fragt Imany ihr Publikum gegen Ende. Klatschend, stampfend und pfeifend gibt es eine eindeutige Antwort, die mit einer langen Zugabe belohnt wird. Nach Hause will niemand.


Quelle: DPA
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