Christoph Waltz ist 60 geworden: Mit Quentin Tarantino zum Hollywood-Ruhm

Christoph Waltz wird 60: Ganz Hollywood tanzt den Wiener Waltz
Christoph Waltz ist spät in Hollywood angekommen - dafür aber richtig © Everett Collection / Shutterstock.com, SpotOn
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Mime ist 60 geworden

Der Durchbruch gelang ihm als Film-Nazi in Quentin Tarantinos "Inglourious Basterds", der bislang letzte Höhepunkt seiner Karriere bescherte ihm die Rolle als ärgster Widersacher von James Bond. Geht es nach diesen zwei klangvollen Stationen im Leben des Christoph Waltz, könnte man dem gebürtigen Österreicher eine typisch deutsche Karriere in Hollywood attestieren. Doch dass sich der Wiener Waltz letztendlich ebenso leichtfüßig wie beim fast gleichnamigen Tanz an die Spitze der Hollywood-Stars katapultierte, war und ist kein Zufall. Denn dort wollte das Geburtstagskind schon immer hin...

Fleißiger Sammler von Auszeichnungen

2009 spielte sich Waltz mit seiner Rolle des SS-Standartenführer Hans Landa in "Inglourious Basterds" quasi über Nacht in die Elite der Superstars. Über 20 Preise räumte er mit seiner Performance ab, darunter einen Bambi, den British Academy Award und einen Oscar. Damals passte Waltz zufällig in das von Regisseur Quentin Tarantino gesuchte Raster, heute schreibt der Filmemacher dem Wiener die Rollen sogar auf den Leib. In- und Ausland feiern seither Waltz.

Nur folgerichtig, dass er vor einiger Zeit mit einer ganz besonderen Ehrung endgültig in Hollywoods höchste Star-Riege aufgenommen wurde. Der Wiener Schauspieler ist inzwischen Teil des "Walk of Fame", sein Name steht auf dem 2536. Stern auf dem wohl berühmtesten Boulevard von Los Angeles, wenn nicht sogar der Welt. Die Laudatio hielt - wer sonst - Kult-Regisseur Quentin Tarantino, dem Waltz seinen Durchbruch in der Traumfabrik verdankte.

Der Weg an die Spitze ist lang und steinig

Geboren wurde er am 4. Oktober 1956 in der Hauptstadt Österreichs als Sohn des Bühnenbildner-Ehepaares Elisabeth Urbancic und Johannes Waltz. Das Schauspieler-Blut liegt ihm in den Genen. Seine Großeltern mütterlicherseits, Maria Mayen und Emmerich Reimers, waren Schauspieler am Burgtheater. Auch sein aus Hamburg stammender Urgroßvater Georg Reimers war Schauspieler. Nach einer Schauspielausbildung in Wien und New York übernahm Waltz Anfang der 1980er-Jahre erste kleinere Rollen, hauptsächlich in deutschen Krimi-Produktionen. 1987 war er sogar eine Folge lang als Wiener "Tatort"-Kommissar zu sehen. Der richtig große Durchbruch ließ jedoch auf sich warten.

Zwar übernahm er 1996 die Rolle des Schlagerstars Roy Black in der Biografie "Du bist nicht allein" und kleinere Auftritte in Kino-Produktionen wie in "Herr Lehmann" (2012), diese blieben jedoch zunächst die Ausnahme. Waltz verriet in einem Interview sogar einmal, dass er sich im deutschen Fernsehen unterschätzt fühlte. Seine Jahre als wenig bekannter TV-Darsteller in Deutschland seien "eine fade und frustrierende Angelegenheit" gewesen, sagte der 57-Jährige dem österreichischen Ö1-Radio in Los Angeles.

Hollywood war immer das Ziel

Große Ambitionen hatte der 56-Jährige aber auch damals schon: "Hollywood ist immer das Ziel, für jeden. Wer etwas anderes behauptet, dem glaube ich nicht", sagte er im vergangenen Jahr in einem Interview mit "Spiegel Online". Dieses Ziel erreichte er durch ein Zusammentreffen mit Kult-Regisseur Quentin Tarantino, der ihm endlich die Türen in die Traumfabrik öffnete.

Weg vom TV-Bösewicht und hin zu einem Gesicht, dass Regisseure unter anderem für große Produktionen wie "The Green Hornet", "Wasser für die Elefanten", "Die drei Musketiere" und "Der Gott des Gemetzels" casteten. Gekrönt wurde die Hollywood-Karriere 2013 mit "Django Unchained". Für die Rolle des deutschstämmigen Zahnarztes Dr. King Schultz war Waltz mehr als nur die Optimalbesetzung. Tarantino hatte die Rolle eigens für seinen Schützling geschrieben und bescherte ihm nach "Inglourious Basterds" den zweiten Oscar für eine Nebenrolle.

Hallo, Mister Bond

Natürlich gehört es für einen deutschen Ausnahme-Darsteller zum guten Ton, den Bösewicht in einem "Bond"-Streifen zu mimen. Waltz durfte in "Spectre" dabei aber nicht nur irgendeinen Widersacher des Doppelnull-Agenten verkörpern, er spielte Ernst Stavro Blofeld den ärgsten und kultigsten Widersacher von 007.

Ein Multitalent

Waltz überzeugt neben seinen schauspielerischen Fähigkeiten auch durch seine Sprachkenntnisse. Er spricht neben Deutsch auch fließend Französisch und Englisch. Zeitweise lebte Waltz in London, heute verbringt er seine Zeit jedoch vorwiegend in Los Angeles und Berlin, wo er seinen Hauptwohnsitz hat. Aus seiner ersten Ehe mit einer US-amerikanischen Psychotherapeutin hat Waltz drei Kinder. Im Januar 2013 wurde bekannt, dass Waltz seiner Lebensgefährtin, der Kostümbildnerin Judith Holste, das Ja-Wort gegeben hat. Die beiden haben eine gemeinsame Tochter.

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