Christoph Waltz: Ich bin doch kein Erklärbär

Christoph Waltz
Christoph Waltz © Cover Media

Christoph Waltz (58) möchte seine Kino-Zuschauer zum Denken anregen und ihnen nicht alles vorwegnehmen.

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Meine Sicht ist egal

Der Schauspieler ('Django Unchained') verkörpert neben Kollegin Amy Adams (40, 'American Hustle') die Hauptrolle in dem biografischen Drama 'Big Eyes' von Kult-Regisseur Tim Burton (56, 'Edward mit den Scherenhänden').

Der Film handelt von der Künstlerin Margaret Keane, die in den 50er-Jahren lebte und für ihre Gemälde von Kindern mit übergroßen Augen berühmt ist. Zunächst blieb der große Erfolg allerdings aus und ihr Ehemann Walter glaubte, dass sie aufgrund der Tatsache eine Frau zu sein, keine Bilder verkaufte. Er hatte die Idee, sich als der Künstler hinter den Werken auszugeben und wurde damit tatsächlich zum Star. Doch je mehr Bilder verkauft werden, desto unwohler fühlt sich Margaret mit der Lüge und der Tatsache, dass ihr Mann die Lorbeeren für ihre Arbeit einheimste.

Während Christoph gerne über den Film an sich spricht, will er seine Gefühle in Bezug auf Walter für sich behalten. Er sagte, dass er einen Charakter verkörpere und ihn nicht beschreibe und dass er dadurch dem Publikum erlaube, sich eine eigene Meinung zu bilden. "Ich halte es für sehr kontraproduktiv, wenn Schauspieler sich selbst und ihre Meinung einbringen. Auf eine Art ist es, als ob man seinem Kind eine Geschichte erzählt und dann sagt 'Das musste du beachten: 'Rotkäppchen' ist tatsächlich …'", sinnierte er gegenüber der britischen Zeitung 'Metro'. "Es nimmt etwas von der Magie und nimmt einem die Beteiligung."

Der Darsteller wolle etwas ganz anderes: "Tatsächlich bin ich daran interessiert, was sie mir sagen. Ich weiß, was ich gemacht habe. Ich weiß, was ich denke. So interessant ist das nicht", schloss er.

Laut des Österreichers habe das Drama den unverkennbaren Stil des Filmemachers Tim Burton. "Manche Menschen sagen, dass 'Big Eyes' kein typischer Tim-Burton-Film sei, aber - wie könnte er es nicht sein? Er benutzt nicht dieselbe Ästhetik, die er normalerweise verwendet, aber es ist immer noch ein sehr typischer Tim-Burton-Film. Er handelt von einer Beziehung, er handelt davon, dass beide Figuren versuchen, gegen alle Schwierigkeiten ihre Kunst zu machen - weil das Verkaufen und Marketing eine Kunst sind - und dann mit den Konsequenzen klarkommen müssen. Also thematisch klingt das doch sehr nach Tim Burton", befand Christoph Waltz.

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