'Chloe': Heiße Spielchen unter Mädels

'Chloe': Heißer Lesbensex zwischen Julianne Moore und Amanda Seyfried

'Chloe': Heiße Spielchen unter Mädels

Wer würde nicht misstrauisch, wenn man dem eigenen Gatten eine Überraschungsparty ausrichtet und das Geburtstagskind nicht aufkreuzt? Genauso geht’s Julianne Moore in Atom Egoyans neuem Film „Chloe“. Als erfolgreiche Gynäkologin Catherine wittert sie Ungemach, als ihr Professoren-Ehemann David (Liam Neeson) angeblich den Flieger verpasst und sie als Gastgeberin ganz schön blöd da stehen lässt. Von Misstrauen getrieben filzt sie nach seiner Rückkehr sein Handy und entdeckt prompt eine verdächtige SMS. Wie soll sie herausbekommen, ob was dran ist an dem Verdacht?

Da läuft Catherine auf der Damentoilette eines Restaurants die Edelprostituierte Chloe (Amanda Seyfried aus „Mamma Mia!“) über den Weg und bringt ihr die zündende Idee. Catherine setzt die junge Frau auf ihren Gatten an. Getarnt als süße Studentin soll sie sich in Davids Stammcafé an ihn ranwerfen und Catherine regelmäßig Bericht über dessen Versündigung erstatten – natürlich gegen Bezahlung.

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Alle drei Hauptdarsteller überzeugen mit sehr differenziertem Spiel

So erfahren wir nun aus dem verruchten roten Mund Chloes, was David so alles mit ihr getrieben hat. Das stürzt Catherine in eine tiefe Midlife-Crisis und lässt sie an ihrer eigenen Attraktivität zweifeln. Anstatt die Sache abzubrechen, verwickelt sie sich immer tiefer in das falsche Spiel und landet schließlich mit Chloe im Bett.

Wirkte Atom Egoyans Dreiecksdrama, das weitgehend aus Catherines Perspektive erzählt wird, anfänglich noch wie eine sensible Charakterstudie einer gedemütigten Endvierzigerin, driftet sein Film spätestens bei der äußerst freizügigen Bettszene zwischen Julianne Moore und Amanda Seyfried zu einer reinen Männerphantasie ab. Das ist sehr bedauerlich, da alle drei Hauptdarsteller mit sehr differenziertem Spiel überzeugen. Auch die schick inszenierten Bilder können nicht darüber hinwegtäuschen, dass Egoyan sein Remake des französischen Erotik-Dramas „Nathalie“, an das er sich zumindest in der ersten Hälfte sehr eng anlehnt, gegenüber der Vorlage unnötig aufgesext hat.

Gab's bei „Nathalie“ nicht mehr zu erhaschen als einen kurzen Blick auf Emmanuelle Béarts Brust unter der Dusche und einen recht bekleideten Tanz an der Stange, kann man in „Chloe“ Amanda Seyfried und Julianne Moore in voller Nacktheit bestaunen. Die zugegebenermaßen am Ende etwas dahindümpelnde Story von „Nathalie“ wurde mit allerhand Wendungen, weiteren Bettszenen und einem Action-Showdown aufgepeppt und erinnert zunehmend an „Eine verhängnisvolle Affäre“. Und das will eigentlich gar nicht zu dem latent-lasziven Glamour der ersten Hälfte passen.

Plötzlich bleibt die Logik auf der Strecke, die Dialoge werden klischeehaft, und so manches Ereignis ist einfach unglaubwürdig und zu dick aufgetragen. Die kühl-atmosphärischen Bilder und engagierten Schauspieler machen einiges wieder wett, können aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass vor allem das Ende gelackter Trash ist. Gut unterhalten fühlt man sich trotzdem, aber mit einem schalen Nachgeschmack.

Von Mireilla Zirpins

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