Charly Hübner war schon in der Schule anders

Charly Hübner war schon in der Schule anders
Charly Hübner © Cover Media

Charly Hübner (43) war in seiner Heimatstadt ein Außenseiter.

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"Der mit Mantel und Hut"

Der Schauspieler ('Polizeiruf 110') gehört heute zu den gefragtesten Darstellern des Landes. Dass er eines Tages vor der Kamera stehen wollte, zeichnete sich schon früh ab, was in seiner Heimat Neustrelitz auf viele befremdlich gewirkt haben mag. "Ich war zu Hause irgendwann der Verrückte, der Seltsame, der mit dem Mantel und Hut, der in der 11. Klasse wusste, er wird Schauspieler", erinnerte sich Hübner im Interview mit dem Magazin 'Emotion'. Auf Klassentreffen in der Provinz verzichtet er heute lieber. "Ich bin zu sehr im Zentrum, das hat mit dem Klassentreffen nichts mehr zu tun. Ich bedaure das. Das ist wie der Promi auf einer Hochzeit, blöd für das Paar, dem die Show gestohlen wird", erklärte er und gestand, dass er sich bei Besuchen in seiner Heimat oft wundern muss. "Ich bin zum einen noch der alte Charly und zugleich wollen alle Autogramme für ihre Kids. Mich erstaunt dann die Distanzlosigkeit."

Nur kurze Zeit nach dem Fall der Mauer zog es Charly Hübner in den Westen. Zunächst lebte er in West-Berlin, später dann in Frankfurt am Main. Heute wohnt er mit seiner Familie in Hamburg, der Unterschied zwischen Ost und West wird für ihn immer noch deutlich. "Sofort. Sobald ich ostdeutschen Boden betrete, fühle ich mich wieder wie früher. Zurückversetzt. Ich glaube, das geht ganz vielen hier so. Die mentale Heimat ist viel grundsätzlicher verankert als die politische", erklärte er vor einigen Monaten der 'Frankfurter Allgemeinen Zeitung'. An seine Kindheit hat er eigentlich auch nur schöne Erinnerungen - schließlich sei er damals zu jung gewesen, um das System infrage zu stellen. "Wo sollte ich mit 14, 15 anecken? Da gab es nichts, außer den Eltern und den Typen, die dasselbe Mädchen für sich entdeckten. Und gerade, als die ersten Zweifel kamen, mit 17, fiel die Mauer. Davor war ich einfach nur ein glückliches Kind vom Land, mit Wäldern zum Spielen und den schönsten Seen überhaupt", erinnerte sich Charly Hübner.

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