Charlotte Roche: Traurig, aber stolz

Charlotte Roche
Charlotte Roche © Cover Media

Charlotte Roche (36) geht keine Risiken mehr ein.

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Auf 'Schoßgebete'

Die Schriftstellerin ('Feuchtgebiete') ist extrem vorsichtig geworden, seitdem ihre drei Brüder bei einem Autounfall 2001 ums Leben kamen. Ganz besonders tragisch ist die Tatsache, dass die Familienmitglieder nach England fuhren und die Hochzeit ihrer Schwester besuchen wollten. Für die junge Britin, die in High Wycombe geboren wurde, ein schwerer Schicksalsschlag. "Das ist passiert, als ich 24 war. Da dachte ich nicht, dass man sterben kann", erzählte die ehemalige 'Viva'-Moderatorin ('Fast Forward') im Gespräch mit RTL und gestand, deshalb auch ein "total anstrengender Mensch geworden" zu sein. Das Resultat: Charlotte geht am liebsten auf Nummer sicher und hat am liebsten die volle Kontrolle über Situationen. "Alles ist absolut sicher. Alles muss sozusagen TÜV-geprüft sein, weil ich nichts Unsicheres mehr machen kann. Weil ich nicht mit dem Leben spielen will."

Diesen tragischen Horrorcrash verarbeitete die Moderatorin in ihrem Buch 'Schoßgebete', der Nachfolger ihres Mega-Hits 'Feuchtgebiete'. Auch ihr zweites Werk avancierte zum Bestseller, wurde verfilmt und kommt am 18. September in die Kinos. Vor einem Monat sah die Fernseh-Grazie den Film zum ersten Mal und beschrieb gegenüber dem Sender die Achterbahnfahrt der Gefühle, die sie während 'Schoßgebete' erlebte: "Es ist einerseits total traurig und dann wieder richtig witzig."

Ein lachendes und ein weinendes Augen saßen im Kinosessel - im Vorhinein hatte die quirlige Powerfrau allerdings einfach nur Angst. "Ich bekam eine Vorführung für mich alleine bei der Produktionsgesellschaft. Ich hatte Angst", gestand sie im Interview mit 'rp-online' und erläuterte: "Ich habe überlegt, ob ich mir den Film überhaupt angucke. Aber ich finde, wenn man das Buch geschrieben und die Rechte verkauft hat, muss man da durch. Am Ende war es gar nicht so schlimm. Das Buch war nahe an mir dran. Es wurde ein Drehbuch daraus, dann der Film. Das ist zwei Schritte weit weg." Außerdem wurden viele Szenen natürlich abstrahiert dargestellt, sodass sich Charlotte Roche von dem Gezeigten distanzieren konnte. Ihr echtes Brautkleid war so opulent, dass ihre Mutter anbot, es mit dem Auto nach England zu verfrachten und nahm ihre Söhne kurzerhand mit - den Unfall überlebte nur sie schwerverletzt. Doch die Filmrobe habe zum Glück keine Ähnlichkeit mit dem realen Hochzeitstraum in Weiß. "Zum Beispiel die Sache mit dem Hochzeitskleid. Sie werden denken: 'Das muss schlimm sein für Charlotte.' Aber ich gucke da hin und denke: Das ist nicht mein Hochzeitskleid, es sieht anders aus. Und ich wurde ja nicht gezwungen, die Filmrechte zu verkaufen."

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