Charlotte Roche: So geht sie mit dem tragischen Unfall ihrer Brüder um

Buchautorin Charlotte Roche spricht über ihre toten Brüder Der tödliche Unfall ihrer Brüder hat das Leben von Charlotte Roche auf den Kopf gestellt.

Moderatorin Charlotte Roche spricht über den Unfall, bei dem ihre Brüder starben

„Ich bin ein total anstrengender Mensch geworden.“ Mit diesen ehrlichen Worten zieht Moderatorin Charlotte Roche Bilanz. Erstmals spricht sie ganz offen über den schlimmsten Tag in ihrem Leben – dem Tag, an dem ihre drei Brüder bei einem Autounfall in Belgien ums Leben kamen.

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Wie verarbeitet man so etwas, fragt man sich? In Charlotte Roches Fall offenbar mit einem Buch. Ihr zweiter Roman ‚Schoßgebete‘ wurde wie der Erstling ‚Feuchtgebiete ein Bestseller. Auch ‚Schoßgebete‘ wurde verfilmt und kommt nun in die Kinos. Roman wie Film beginnen mit der Katastrophe: dem Unfall, bei dem sie ihre drei Brüder verlor. Sie selbst sah den Film das erste Mal vor einem Monat - bewusst ganz allein. „Es ist einerseits total traurig und dann wieder richtig witzig“, sagt die Moderatorin, die sonst nur ungern über Privates spricht, im Gespräch mit RTL. „So traurig man ist – man ist auch irgendwie stolz.“

‚Schoßgebete‘ ist nicht rein autobiografisch, aber der Versuch, die Tragödie ihres Lebens zu verarbeiten. Es war im Sommer 2001. Der Hochzeitstag der damals 24 jährigen Viva-Moderatorin. Alle Gäste wurden nach England eingeflogen, nur Charlotte Roches Mutter und ihre drei Brüder fuhren mit dem Auto. In Belgien kam es dann zum Horrorcrash. Alle drei Brüder starben. Charlotte Roches Mutter wurde schwer verletzt. Keine Hochzeit, keine Feier, plötzlich war alles nur noch schwarz.

„Das ist passiert, als ich 24 war. Da dachte ich nicht, dass man sterben kann.“ Da sei sie so mutig gewesen, habe sehr viele gefährliche Sachen gemacht. Das sei seitdem komplett vorbei. „Alles ist absolut sicher. Alles muss sozusagen TÜV-geprüft sein, weil ich nichts Unsicheres mehr machen kann. Weil ich nicht mit dem Leben spielen will.“ Charlotte Roche spricht über das alles mit einem Lächeln, doch nicht, weil es ihr nichts ausmacht. Es ist eine Art Schutz, sagt die 36-Jährige. Sie bezeichnet sich selbst als „anstrengend“ und ihren Zwang, im Privaten alles kontrollieren zu wollen, als „f***ing unsympathisch“.

Der Unfall und die Trauer gehören zu ihrem Leben dazu, genau wie auch ihr privates Glück. Und auch ‚Schoßgebete‘ schafft den Spagat zwischen Weinen und Lachen.

Bilderquelle: dpa

Bildquelle: dpa bildfunk
 
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