Charlie Sheen und Lindsay Lohan im gemeinsamen Sex-Tape: 'Scary Movie 5'

Filmkritik und Trailer

Von Michaela Sabine Berg

3 von 5 Punkten

Charlie Sheen und Lindsay Lohan gemeinsam auf einem Sex-Tape? Nein, das ist nicht der wahrgewordene Traum eines Pornoproduzenten - sondern ‚Scary Movie 5‘. 13 Jahre nach dem ersten Teil der Reihe geht der Horror-Klamauk jetzt in die fünfte Runde und beweist auf gewohnt schräge und komische Art und Weise: Das Thema ‚Horrorfilm-Parodie‘ ist noch längst nicht ausgelutscht.

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Auch diesmal werden wieder eine ganze Menge Horror-Filme auf die Schippe genommen, u.a. ‚Paranormal Activity‘, ‚Mama‘, ‚Sinister‘, ‚Evil Dead‘ und ‚Black Swan’. Aber auch andere Genres werden veräppelt, so finden sich ‚Inception‘, ‚Planet der Affen: Prevolution‘ und sogar der noch nicht einmal verfilmte Roman ‚Fifty Shades of Grey‘ im fünften ‚Scary Movie‘-Teil wieder. Das Ganze ergibt dann diese irre Story: Jody (Ashley Tisdale, u.a. bekannt aus der ‚High School Musical‘-Reihe sowie aus diversen TV-Serien wie ‚Hotel Zack & Cody‘) und ihr Ehemann Dan (Simon Rex, bereits in ‚Scary Movie 3‘ und ‚Scary Movie 4‘ dabei) sind ein ganz normales Ehepaar, bis sie die Kinder von Dans Bruder, die drei Jahre alleine in einer Hütte im Wald gelebt haben, bei sich aufnehmen.

Plötzlich gehen im neuen Zuhause der Familie bizarre Dinge vor sich, vor denen auch Jodys Ballettensemble und Dans Affenlabor nicht sicher sind. Hinter all dem scheint ein böser Geist zu stecken, den die Kinder nur ‚Mama‘ nennen. Mithilfe eines Geisterexperten und einer ganzen Armee von Überwachungskameras macht sich das Paar auf Spurensuche, um das Rätsel um ‚Mama‘ zu lösen.

Charlie Sheen und Lindsay Lohan im gemeinsamen Sex-Tape: 'Scary Movie 5' Bei 'Scary Movie 5' geht es natürlich nicht immer mit rechten Dingen zu.

So aktuell war ‚Scary Movie‘ noch nie

Richtig neu ist an ‚Scary Movie 5‘ eigentlich nichts - bis auf Ashley Tisdale als Hauptdarstellerin. Und die macht ihre Sache wirklich gut: Ihre Darstellung der Jody ist witzig und stets mit einem Augenzwinkern versehen, aber gleichzeitig kauft man ihr ab, dass sie das Geschehen um sich herum absolut ernst nimmt. Dieser Spagat zwischen totalem Klamauk und überzeugender Darstellung gelingt auch den anderen Cast-Mitgliedern.

Ansonsten bleiben Regisseur Malcolm D. Lee (‚The Best Man - Hochzeit mit Hindernissen‘) und Co-Drehbuchautor und Produzent David Zucker dem Erfolgsrezept der Reihe treu: Möglichst viele Horror-Streifen der letzten Zeit mit einem breiten Gaststar-Aufgebot (hier u.a. Charlie Sheen, Lindsay Lohan, Heather Locklear, Usher, Snoop Dogg, Mike Tyson) schonungslos und hauptsächlich mit Slapstick-Elementen auf die Schippe nehmen. Dabei ist beim fünften Teil besonders die Aktualität einiger parodierter Filme hervorzuheben. Getreu dem Motto ‚je präsenter der Zuschauer das Original noch hat, desto besser ist die Parodie‘. So lief ‚Mama‘ beispielsweise erst im Januar in den US-Kinos an, bei uns sogar erst Mitte April. Bei ‚Evil Dead‘ ist es noch knapper: In den USA startete dieser Anfang April und in die deutschen Kinos kommt der Film erst im Mai. Diese extreme Aktualität macht einerseits eine Stärke des Films aus - andererseits kann sie sich aber gerade für Zuschauer, die nicht auf dem neuesten Stand sind, als Schwäche erweisen. Denn eine Parodie kann ihre volle Wirkung nur entfalten, wenn man das Original kennt.

Dafür, dass bei ‚Scary Movie 5‘ nichts überraschend ist, gibt es Punktabzüge. Aber insgesamt ist der Film ein würdiger neuer Teil der Reihe - Fans und Slapstick-Liebhaber kommen sicher voll auf ihre Kosten. Ein Tipp: Wer die köstliche Anfangsszene mit Charlie Sheen und Lindsay Lohan mochte, sollte den Kinosaal nicht sofort nach dem Filmende verlassen, sondern geduldig den Abspann abwarten - es lohnt sich.

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